27.08.2017 07:52 Neoavantgarde

Der Stuhl als Kunst - Alltagskunst der 60-er Jahre

Der Stuhl als Kunst Installationsansicht Kunst ins Leben Der Sammler Wolfgang Hahn und die 60er Jahre

Der Stuhl als Kunst - Installationsansicht "Kunst ins Leben! Der Sammler Wolfgang Hahn und die 60er Jahre", Museum Ludwig, Köln 2017, Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln, Britta Schlier

Von: GFDK - Herwig Nowak

Eigentlich ist ja alles schon Geschichte. Aber umso verdienstvoller ist, dass eine Ausstellung in Köln die Zeit der sechziger Jahre nochmals an das Licht der Öffentlichkeit zerrt. Gemeint ist der künstlerische Aufbruch der sich damals, massgeblich ausgehend vom Rheinland und dann verbreiternd über Deutschland und Westeuropa, vollzog.

Neoavantgarde“ war der Name,  unter dem sich eine Handvoll junger, heute bekannter oder auch unbekannter Künstler zusammenfand und nach einer neuen Antwort auf die Kunstrichtungen vergangener Zeiten zu geben versuchte, insoweit den Intentionen des Dadaismus nicht ganz unähnlich. John Cage war dabei und Wolf Vostell, Merce Cunningham, Daniel Spoerri, um nur einige Namen zu nennen.

“Alltagskunst“ wäre vielleicht ein aussagefähigerer Titel. Denn die neue Kunst versuchte altbekannten Gegenständen des täglichen Lebens eine neue Sinngebung  zu geben.

Stühle wurden zu Kunst, Teller wurden zu Kunst

Nun bedarf eine solche Entwicklung eines sammlerischen Gerüsts, das ihr Form gibt, sie als Kunstrichtung sichtbar werden lässt und vor allen Dingen später vor dem Vergessen bewahrt, also der Nachwelt erhält.

Dieses sammlerische Epizentrum wa Wolfgang Hahn, beruflich Chefrestaurator am Kölner Wallraf Richartz Museum und Museum Ludwig. Seiner sammlerischen Leidenschaft gedenkt derzeit das Kölner Museum Ludwig  mit der Retrospektive “Der Sammler Wolfgang Hahn und die 60 er Jahre“.

Dabei gelingt es Wolfgang Hahn, der verwirrenden Vielfalt künstlerischer Aussagen jener Zeit gewisse Strukturen zu geben: “Kunst im öffentlichen Raum“ ,“Kunst im Privatleben“, „Kunst in der Stadt“, “Kunst jenseits der Malerei“.

Originalton Wolfgang Hahn: “ich sammelte und eines Tages war es dann eine geschlossene Sammlung, ohne dass man es gemerkt hätte“. Eine Sammlung, die die künstlerischen Linien der damaligen, ungewöhnlichen Zeit, wie nouveau realisme, Fluxus und Happening, Gesicht und Erinnerung gibt grosse Kunst? Vielleicht weniger, aber neue Kunst allemal. Aber wohl die Zeit, die solche Menschen wie Wolfgang Hahn vorhält.

Herwig Nowak

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