18.03.2016 08:32 Kein Kurswechsel mit Angela Merkel

Das Merkel-Lager sieht sich als Wahlsieger - CDU, SPD und Grüne machen "weiter so"

Landtagswahlen 2016

"Stück für Stück hat die Kanzlerin die alte Staats- und Volkspartei (CDU) beinahe aller Werte beraubt."

Von: Michael Hesemann

Im Merkel-Lager, das sich aus der CDU, SPD und Grünen zusammensetzt  hieß es: als Sieger seien  jene hervorgegangen, die von ganzem Herzen Merkels Flüchtlingspolitik unterstützt hätten. Ein Aufstand gegen die Kanzlerin und ihre Politik ist nicht zu erwarten. Die Devise heißt: Weiter so, einen Kurswechsel wird es mit Angela Merkel nicht geben.

Mit Merkel mitgefangen und mitgehangen

Peter Ramsauer auf "WELT-Online" am 16. März auf die Frage wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, was käme heraus:
Das Ergebnis wäre für die Union verheerend. Und da nehme ich die CSU nicht aus. Durch die Flüchtlingspolitik, die Griechenland-Politik, aber auch so idiotische Diskussionen wie die Beschränkung von Bargeld wird auch die CSU nach unten gezogen. Wir sind mitgefangen und mitgehangen. Mitgefangen mit Angela Merkel und mit ihr gehangen. "Merkel ist wie der Klavierspieler auf der Titanic"

Auch lustig? Hans-Peter Friedrich hat am 18. März getwittert

"CDU und CSU lassen sich nicht spalten. Der Merkel-Flügel der CDU kann sich ja ins rot-grüne Team verabschieden." Damit legt Friedrich Angela Merkel den Parteiaustritt aus der CDU ans Herz.

Schön auch was Jakob Augstein schrieb: "Merkel hat der Union viel zugemutet. Stück für Stück hat die Kanzlerin die alte Staats- und Volkspartei beinahe aller Werte beraubt."

Ein Husarenstück der Schickeria-Werbepostillen STERN, Spiegel, WELT, Süddeutschen, Focus und Co

Die Feuilletonistische Elite hat es möglich gemacht: "Es gehört wohl zu den größten Schurkenstücken der politischen PR, ein Umfeld geschaffen zu haben, in dem Sachkritik an Merkels Flüchtlingspolitik mehr oder weniger automatisch in die unappetitliche braune Schublade gesteckt wird. Das sollten wir uns aber nicht gefallen lassen. Man kann, ja man muss, Angela Merkels Flüchtlingspolitik scharf kritisieren, auch wenn man mit dumpfem Rechtspopulismus überhaupt nichts am Hut hat. Wer zu Merkels Fehlern schweigt, überlässt die Kritik der AfD und tut ihr damit den größten Gefallen. Von Jens Berger."

Ein paar Gedanken zum Ergebnis der Landtagswahlen von Michael Hesemann


Obwohl ihre Wähler zu Pack, Gehirnamputierten und Nazis erklärt, also gesellschaftlich stigmatisiert wurden, schaffte es die AfD, in drei Bundesländern zweistellige Ergebnisse zu erzielen.

Und das, obwohl diese Partei bislang alles andere als ein klares Profil hat, sich tatsächlich noch im Selbstfindungsprozess befindet und obwohl praktisch jeder, bis hin zu den deutschen Bischöfen, vor ihr warnte.

Ich denke, es gibt nur zwei Erklärungen für diesen Erfolg und das sind a/ die Frustration über die diktatorisch verordnete, suizidale Einwanderungspolitik und Türkei-Anbiederung einer Kanzlerin, die offenbar jeden Kontakt mit der Realität verloren hat und rein pragmatisch-opportunistisch, ohne irgendein Wertegerüst, regiert, und b/ die Heimatlosigkeit konservativer Wähler in der Ära Merkel.

Angela Merkel hat die SPD links überholt

In diesem Sinne ist die AfD Merkels Kind, nicht mehr und nicht weniger - die Reaktion auf ihre Politik. Sie hat den vermeintlichen Rechtsruck zu verantworten, der allerdings nur ein scheinbarer ist - denn wer heute als rechts gilt, war noch vor ein paar Jahren "bürgerliche Mitte". Jeder, der so denkt, wie es noch unter Helmut Kohl die ganze CDU tat, fühlt sich politisch nicht mehr vertreten von einer Kanzlerin, die ihren Koalitionspartner SPD dadurch ausschaltet, dass sie ihn links überholt.

Seit es eine große Koalition gibt, existiert keine bürgerliche Opposition mehr; die Oppositionsparteien sind Linke und Grüne, wobei die Kanzlerin auch Letztere auszuschalten versucht, indem sie die grünere Politik macht. Wen aber wählt das konservative Klientel? Noch vor zwei Jahren tatsächlich Merkel, weil sie noch immer als das kleinere Übel galt, schließlich war sie doch die Kanzlerin der CDU.

Doch jetzt, wo sie das christliche Europa in seinen Grundfesten erschütterte und zum Auslaufmodell erklärte, wo sie einer islamischen Invasion unter dem VORWAND, Verfolgten zu helfen (neben den rund 200.000 echten Flüchtlingen kamen auf ihre Einladung rund 800.000 Wirtschaftsflüchtlinge aus Nordafrika und dem Kosovo.), Tür und Tor öffnete, während sie westliche Werte verriet und an die Türkei verkaufte (Visafreiheit und EU-Beitritt, die zu einer zweiten, dieses Mal türkischen Invasion führen werden), ist sie für viele Wertkonservative untragbar und damit unwählbar geworden.

Viele CDU-Obere verdanken ihre Karriere "Mutti"

Das nutzt die AfD, was immer sie auch ist und was immer sie auch will, für sich aus. Und daher gibt es nur zwei Möglichkeiten, die AfD zu stoppen: Eine konservative Revolution in der CDU mit sofortiger Absetzung Merkels oder ein bundesweites Antreten der CSU. Da Ersteres natürlich unrealistisch ist - zu viele CDU-Obere verdanken ihre Karriere "Mutti" und profitieren von ihrem Opportunismus - bleibt nur die zweite Lösung.

Ich garantiere einer Bundes-CSU zweistellige Ergebnisse in ALLEN Ländern. Sie wäre die echte Alternative zur AfD. Sollte Seehofer dazu der Mut fehlen, ist der Siegeszug der AfD nicht mehr aufzuhalten. Sie ist das eigentliche Kind von "Mutti" Merkel - die Antwort der enttäuschten Bürger auf ihr Versagen. Und nein, AfD-Wähler sind mehrheitlich KEINE Nazis. Die meisten von ihnen haben vor zwei Jahren noch CDU oder eine andere bürgerliche Partei gewählt.

Ihr Wahlverhalten ist das Ergebnis des Versagens der CDU, ihre Wähler zu halten, die Quittung für die konsequente Vernachlässigung und Geringschätzung der konservativen Wählerschaft. Und das sage ich als Nicht-AfDler - denn mir fehlt bei der AfD ein dezidiert christliches Profil. Das freilich hat auch die CDU längst nicht mehr. Und so warte ich auf die Bundes-CSU und werde bis dahin christliche Splitterparteien wählen...

Michael Hesemann ist ein international tätiger Historiker, Autor, Verleger, Dokumentarfilmer und Fachjournalist, u.a. für kirchenhistorische Themen.

Hesemann lebt und arbeitet in Düsseldorf und Rom.

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