12.05.2016 09:18 Brüssel zu beschreiben, gelingt nicht

Brüssel-die aussergewöhnliche Kunstmesse - Gast in einem glücklichen Land

Art Bruessel

Auf der Art-Brüssel findet sich das Bürgertum, wie es leibt und lebt.

Von: GFDK - Herwig Nowak

Der Kunstmessen gibt es inzwischen viele. Wir erleben eine Housse. Fast keine Stadt, die auf sich hält, mag auf ein solches kulturelles Event verzichten, nachdem Köln vor 50 Jahren dise Entwicklung losgetreten hat. Der Autor kommt allerdings nicht umhin, der art brussels einen aussergewöhnlichen Rang zu bestätigen.

Dieser bezieht sich zunächst auf die neue Heimstatt der Messe, den Gebäudekomklex Tour& Taxis als geradezu wunderbare Industriebrache, architektonisch wertvoll und damit eine adaequate Heimat für eine Kunstmesse.

Und obwohl die neue location die Anzahl der Aussteller reduziert-von 191 Gallerien in 2015 auf 141 Gallerien im laufenden Jahr-so entschädigt doch die Differenzierung zwischen Solo-Gallerien, das sind jene 34 Gallerien,die zum ersten Mal an der Messe partizipieren, zwischen immerhin 30 Discocery-Gallerien, die weniger als 8 Jahre auf dem Markt sind und Kunst von 2013 bis 2016 ausstellen, und schliesslich den 14 Rediscovery-Gallerien, die Überraschungen, Unbekanntes, kurz Künstler präsentieren, die es zu entdecken gilt.

Alles dies gelingt in aussergewöhnlicher Weise und führt zu einer jungen Messe.Zunächst ist es bei weitem keine Messe nur der Bilder. Natürlich Bilder gibt es auch. Es gibt das bewegte Bild, sich immer wieder verändend, das sprechende Bild. Und auch das beleuchtete Hinterglasbild. Aber das Schwergewicht der Messe liegt auf jedweder Art künstlerischer Äusserung bis hin zum absolut sinnlosen Objekt.

Es gilt "You create what You want". Da ist dann der künstlerisch gestaltete Alltagsgegenstand, wie überhaupt der künstlerische Gegenstand in den Kontext ganz banaler bürgerlicher Einrichtungen gestellt wird. Es entsteht eine lebhafte Ausstellungspraxis, wie man sie  etwa in Deutschland und der Schweiz sucht. Eine malerische Unordnung?. Bemerkenswert des weiteren der hohe Anteil photografischer Arbeiten und keramischen Beiwerks.

Brüssel zu beschreiben, gelingt indessen nicht, wenn man nicht die Struktur der Besucher dieser Kunstmesse erwähnt. Dort findet sich einfach Brüsseler Bürgertum, wie es leibt und lebt. Der altende wohlsituierte Sammler, der "alles schon hat, aber nicht lassen kann, dabei zu sein "Kunst ist eben sein Leben.

Er wird begleitet von einem jungen Ehepaar und seinen Kindern; übrigens viele Kinder sind auf der Messe zu finden. Und dann ist da auch die alternde Jungfrau,die künstlerische Abwechslung sucht. Man verlässt die Ausstellung mit dem Gedanken, Gast in einem letztlich glücklichen Land gewesen zu sein.

Herwig Nowak


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