10.05.2017 00:02 Vielleicht ist das jetzt en Vogue?

Art Cologne 2017 - Kitsch und Kunst aus der Kinderschuhkiste, aber auch gutes

Eva Maria Horstick Schmitt hat fuer uns die Art Cologne 2017 besucht

Eva-Maria Horstick Schmitt hat für uns die Art Cologne 2017 besucht. Alle Fotos (c) Horstick Schmitt.

Christopher Chiappa praesentierte 7000 Spiegeleier als Prozess des Verderbens

Christopher Chiappa präsentierte 7000 Spiegeleier als Prozess des Verderbens.

Besucher auf der Art Colonge

Richtig voll war es nicht.

Eva haette niemals gedacht dass ein Lampenschirm mehr als 7000 Euro kosten wuerde.

Eva hätte niemals gedacht, dass ein Lampenschirm mehr als 7000 Euro kosten würde.

Daemon Damien Hirst schockte uns mit einem Werk indem er tote Tiere verewigt

Dämon Damien Hirst schockte uns mit einem Werk, indem er tote Tiere verewigt.

Was bleibt haengen von der Ueberflutung auf dieser Messe

Was bleibt hängen von der Überflutung auf dieser Messe ?

Viele unterschiedliche Positionen waren auf der Art Colonge zu sehen

Viele unterschiedliche Positionen waren auf der Art Colonge zu sehen.

Allein mit der Kunst

Allein mit der Kunst.

Man musste nicht alles verstehen was gezeigt wurde

Man musste nicht alles verstehen.

Selbstportraet Eva in einem Kunstwerk auf der Art Cologne

Selbstporträt Eva in einem Kunstwerk auf der Art Cologne.

Von: Eva Maria Horstick

Eva-Maria Horstick Schmitt hat für GFDK die Art Cologne 2017 besucht und schildert uns ihre gewonnenen Erkenntnisse. Ihre Eindrücke mußte sie erst einmal verarbeiten angesichts der Überfrachtung von zum Teil Kitsch und super schöner Kunst. Der Kitsch dabei hat sie schon eher erschreckt, weil zum Teil augenscheinlich  komplett aus der Kinderschuhenkiste entnommen.

Vielleicht ist das jetzt en vogue?

Ich war aber auch überrascht von all den Klamotten, die nun zu Kunst verarbeitet wurden. Schals , Vorhänge, Tische  etc. Ich habe vor sieben Jahren Art Shirts entwickelt und meine Kunst schon vor 12 Jahren auf LKW Pläne gebannt . Heute wird Kunst zu Tischen, Lampen, Vorhängen etc. verarbeitet.
Das ist sicher nicht neu, aber für mich neu auf einer Kunstmesse wie dieser.

Ein Lampenschirm für mehr als 7000 Euro

Die Art Cologne, da erwartet man mehr ernsthafte Positionen, aber ich fand das sehr ok.
Es sagt mir als Künstlerin, dass ich der Zeit eventuell voraus ticke. Es war abwechslungsreich und ich hätte niemals gedacht, dass ein Lampenschirm mehr als 7000 Euro kosten würde. Lampenschirme aus Kunstwerken sind ebenso nicht wirklich innovativ.

Galerie van Horn präsentiere diese mit einer Bank. Lampenschirme mit Kunst gab es schon vor dreißig Jahren, aber jetzt erobern sie u.a. die Kunstmesse in Köln. Laute Bilder wechselten sich ab mit Skulpturen aus Blech und ab und zu sah man auch schöne Portraits von Chinesinnen oder anderen Erdenbürgern. Die Positionen waren sehr unterschiedlich und das macht Sinn.

Auf fahrende Züge aufspringen

Aber Galeristen zeigen augenscheinlich zu gerne, dass sie auf fahrenden Zügen aufspringen und Künstler bevorzugen, die irgendwie und irgendwo Preise gewannen oder in den Medien entsprechend vertreten waren. Was mich wirklich beeindruckt hat, war ein ca. vier bis fünf  Meter breiter Wandteppich von dem Künstler Roy Lichtenstein. Preis um die 160.000 Euro. Limitiert auf 20. Exemplare.

Der Teppich aus dem Jahr 1979 ergatterte die Galerie Benden von  einem Sammlerpaar aus Amerika.
Zudem hatte die Galerie einen der größten Stände auf der Messe, was kaum ein Wunder ist mit 40 Jahren Galerie Erfahrung des Galeristen Klaus Bender.

Für Galeristen, die mitwirken wollen auf dem internationalen Kunstmarkt, ist diese Messe ein Muss. Galerie Kate Werble aus NYC zeigte ihren kompletten Stand mit einem einzigen Künstler, Christopher Chiappa, der kleine Spiegeleier als eine Art Boden - Skulpturen dort präsentierte.

7000 Spiegeleier stellte er her als Prozess des Verderbens

Leider waren die künstlerischen Spiegeleier nicht signiert, was ich schade fand, denn diese Installation an Kunst Eiern war eher ungewöhnlich. Eine andere Art der Sichtweise ironischer Art. Olivia, die Mitarbeiterin dort erkläre es wirklich gut. Insgesamt lohnte sich ein Besuch, auch um einfach zu sehen, was Galeristen sich zumuten an Positionen, die dort Schule machten. Ein Gewirr aus Installationen z.B. in Form von Alltagsgegenständen zusammen gewürfelt.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Da fragt sich der Kunde, Sammler, die ich sprach, ist das Kunst oder kann das weg? Aber wie wir eventuell wissen, ist Kunst ein Markt der Eitelkeiten, gedrillt den Sammler zu infiltrieren mit dem wahrlich eigenen Geschmack auf die Wertewelt?

Galerie G. Capitain präsentierte eine Künstlerin, die ihre Bilder mit Texten verarbeitete. Zudem Skupturen aus Metall und Autolackfarben. Diese Art von Kunst mit Metall  und Lack fand man bei mehreren Galeristen.

Was bleibt hängen von der Überflutung ?

Heute war die Messe ziemlich leer mit bereichernden Besucherinnen und Besuchern. In Ruhe gönnte man sich zum Teil Galerie-Mitarbeiterinnen, die andauernd mit dem Handy beschäftigt waren, anstatt im Jetzt zu leben. Schade, mit der ein oder anderem hätte ich gern Gespräche geführt. Aber wer will sich sich schon gern in diese Matrix der Handies und Laptops begeben, wenn doch der Einrichtung Kunst gewürdigt werden soll mit diesem einen freien Tag, den man sich gönnt.

Insgesamt führten wir Gespräche mit einigen wenigen interessanten Galeristen oder deren Mitarbeiterinnen. Dazu gehört auf jeden Fall u.a. Herr Benden und die Mitarbeiterin der Galerie Capitain. Diese beiden u.a. waren dem Kunden zugetan auf besonders charmante Weise. Zudem erfuhren wir von der Galeristin Frau Anke Schmidt, dass sie einen Künstler präsentiere, der Fabian Marcaccio hieß mit sehenswerter Kunst.

"Der Garten meiner Haut" von Shahram Karimi, eine ernsthafte Position

Ebenso erklärte sie uns den Sinn der gezeigten Positionen. Außerdem gefiel mir die Non-Profit Arbeit von Künstlern aus dem nahen Osten beispielsweise Shahram Karimi "der Garten meiner Haut" aus 2017. Dort sieht der Betrachter ein Bett mit Utensilien, Texten und Bilder darüber als Idee, was ein Mensch benötigt, wenn er auf der Flucht ist. Ein gewisses zu Hause erschaffen, egal wo man ist. Die Galerie Brigitte Schenk gab diesen künstlerischen Positionen einen Raum für persönliche und traurige Aussagen.

"Ich will laut sein"

Die Galerien, von denen ich enttäuscht war, werde ich hier sicher nicht benennen. Aber manche schienen sich vor lauter "Ich will laut sein" nicht zu fragen, ob es Sinn macht, die Energie von Kunst derart zu demonstrieren. Bei manchen Werken könnte ich weglaufen und bei anderen verharren, weil es Tiefe gibt. Aber zum Teil fehlt es an der Seele beim Mainstream der Märkte.

Ich hoffe die, die sich Kunst in ihr zu Hause hängen bedenken, dass nicht nur der Name zählt, sondern auch die Kunst des Fühlens. Dämon Damien Hirst schockte uns mit einem Werk, indem tote Tiere verewigt wurden wie Schmetterlinge und andere kleine ehemals lebende Tiere dieses Planeten. Diese Seelen sind Wesen gebannt im Werk eines Künstlers, der augenscheinlich gern das tote Tier verwendet, um es zur Schau zu stellen und zur Kunst zu generieren.

Geschmacksache?

Für mich eher ein Totentanz der kleinen Welten gebannt unter Glas.

 

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Eva-Maria Horstick Schmitt