16.04.2016 08:42 Bomben Theaterstimmung

Armes Deutschland - Polizeischutz für die Schauspielproduktion "Die satanischen Verse"

Gottfried Böhmer Danke Frau Merkel

Gottfried Böhmer meint. "Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, dann ist das unser aller Tage Alltag. Danke Frau Merkel".

Von: Gottfried Böhmer Profil bei Google+

Was kommt noch? Was hat Angela Merkel aus Deutschland gemacht? - Sahra Wagenknecht bringt es auf den Punkt.  "Kanzlerin Merkel ist nicht nur feige, sondern auch unehrlich: Ein Strafverfahren gegen Böhmermann ist nicht zwangsläufig. Es kommt nur deshalb zustande, weil die Bundesregierung einer Strafverfolgung zugestimmt hat.

Das sollte Merkel zumindest zugeben, wenn sie schon vor dem Despoten Erdogan in unerträglicher Weise kuscht. Ich finde: Wenn Terror-Paten die Presse- und Meinungsfreiheit bei uns in Frage stellen können, dann läuft wirklich etwas ganz gehörig schief in diesem Land."

Das ist übrigens KEIN Triumph der unabhängigen Justiz. Die Bundesregierung war in der Position eines Parkscheinkontrollleurs, der den Strafzettel auch hätte zerreißen können, weil das Halteverbot nicht völlig klar ausgeschildert war, ihn aber mit dem Satz "Sie können ja Widerspruch einlegen" hinter den Scheibenwischer klemmt.

"Washington Post" schimpft über "Merkels Geschwafel"

"Die "Washington Post" übt im Satire-Streit mit der Türkei harsche Kritik an Merkels Böhmermann-Kurs. Ihr "Geschwafel" würde auch andere Regime ermutigen, ausländische Kritiker mundtot zu machen."

Polizei im Publikum, Personalausweise und Karte vorzeigen

Aber wenn es nur das wäre könnten wir noch beruhigt sein. In Wiesbaden muß nun ein Theaterstück vor möglichen Terroristen geschützt werden. Im Publikum sitzen verdeckte Polizeibeamte und Beamtinnen. Die Besucher der Vorstellung müssen beim Einlaß nicht nur ihre Theaterkarte, sondern auch ihren Personalausweis vorzeigen. Die Theaterkarten werden beim Erwerb sogar personalisiert ausgestellt und mit dem Namen des Theaterbesuchers oder der Theaterbesucherin versehen. Das zeigt den Ernst der Lage.

Ein Bombenanschlag wäre ein Hausfriedensbruch

Das Staatstheater Wiesbaden spielt die Sache ein wenig runter und mahnt nur vor "möglichen Störungen". Ein möglicher Bombenanschlag ist also nun so etwas wie ein Hausfriedensbruch. Armes Deutschland. Unter diesen Umständen rate ich von einem Theaterbesuch ab. Einen derartigen Vorgang hat es im übrigen, in der Geschischte der BRD noch nicht gegeben. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, dann ist das unser aller Tage Alltag. Danke Frau Merkel.

Auch eine "renommierte Sicherheitsfirma" soll den Bomben-Hausfriedensbruch verhindern

Um möglichen Störungen während der Vorstellungen der Schauspielproduktion »Die satanischen Verse« nach dem Roman von Salman Rushdie in der Inszenierung von Ihsan Othmann ab dem 19. Mai in der Wartburg vorzubeugen, hat das Hessische Staatstheater Wiesbaden eine erfahrene und renommierte Sicherheitsfirma beauftragt.

Diese wird das reguläre Einlasspersonal bei seiner Arbeit unterstützen. Beamtinnen und Beamte der Polizei werden in der Spielstätte für das Publikum nicht erkennbar anwesend sein.

Karten für die Vorstellungen von »Die satanischen Verse« können wie gewohnt an der Theaterkasse, telefonisch unter 0611. 132 325 oder auf www.staatstheater-wiesbaden.de erworben werden.

Die Karten werden personalisiert ausgestellt und mit dem Namen des Theaterbesuchers oder der Theaterbesucherin versehen. Beim Einlass ist neben der Eintrittskarte auch der jeweilige Personalausweis vorzuzeigen.

Lese-Marathon zu »Die satanischen Verse« am 16. April in der Wartburg

Vorab und mitten in den Proben zu »Die satanischen Verse« sind Interessierte am Samstag, den 16. April, von 16.00 bis 21.00 Uhr in die Wartburg eingeladen. Jeder kennt den vermeintlichen Skandal, aber kaum jemand hat den Roman wirklich gelesen.

In einem mehrstündigen Lese-Marathon tauchen Zuhörerinnen und Zuhörer mit Mitgliedern der Schauspielsparte gemeinsam in Salman Rushdies magischen Roman ein. Der Besuch des Lese-Marathons ist für einen Zwischensprint von wenigen Minuten oder die gesamte Strecke von fünf Stunden möglich. Kommen und Gehen erlaubt.

Auch diese Veranstaltung wird von o. g. Sicherheitspersonal betreut. Der Personalausweis ist beim Einlass vorzuzeigen.

Der Eintritt ist frei. Aber darauf sollten sie verzichten.

 

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Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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