11.01.2016 09:45 eine lebende Legende wird gewürdigt

Arme Menschen, große Ausstellung - London würdigt David Bowie, Mode- Musik- Film- Fotografie - Ikone

Iman und David Bowie, 2009  Foto: David Shankbone, Wikipedia

David Bowie läßt die Besucher in eine andere Welt eintauchen, eine die besser ist, als die da draussen, die geprägt ist von Arbeitslosigkeit und Geldmangel an allen Ecken. Iman und David Bowie, 2009 Foto: David Shankbone, Wikipedia

Album Cover Shoot for Aladdin Foto: Brian Duffy

Album Cover Shoot for Aladdin Foto: Brian Duffy

David Bowie und William Burroughs 1974, Foto: Terry O Neill

David Bowie und William Burroughs 1974, Foto: Terry O Neill

David Bowie, Rock am Ring 1987, Foto: Elmar J. Lordemann, Wikipedia

David Bowie, Rock am Ring 1987, Foto: Elmar J. Lordemann, Wikipedia

Eva Horstick Schmitt hat sich für uns umgeschaut.

Eva Horstick Schmitt hat sich für uns umgeschaut.

Striped Bodysuit for Aladdin Sane Tour 1973, Foto: Masayoshi Sukita

Striped Bodysuit for Aladdin Sane Tour 1973, Foto: Masayoshi Sukita

Das Victoria & Albert"- Museum

Das Victoria & Albert"- Museum

Von: GFDK - Eva Horstick-Schmitt Profil bei Google+

Der legendäre Musiker David Bowie ist am Montag Morgen im Alter von nur 69 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Sein Management hatte das auf seiner Facebook-Seite mitgeteilt. Wir erinnern noch mal an die grosse Bowie Ausstellung in London.

Eva Horstick-Schmitt schilderte uns 2013 ihre Eindrücke aus London. Sie besuchte die Ausstellung David Bowie is

14 Pfund Eintritt können sich nur die Touristen leisten

Leben, Wirken und Einfluß eines der größten Künstler-Popstars in London. Rund 300 Exponate haben die Kuratoren zuammen gestellt. Allerdings sind 14 Pfund Eintritt für normale Menschen kaum bezahlbar, wie ich finde.

England ist kein Land mit Menschen, die das ausgeben können. An jeder Ecke werden Häuser verkauft. Etliches liegt im Argen und das nicht erst seit heute. Leere Geschäfte zeugen von Armut und das lassen die Menschen auf den Strassen Londons auch eindeutig anhand ihrer Klamotten raus hängen.

Das Victoria & Albert"- Museum ist eine Reise wert. Altehrwürdig und von schöner Architektur lässt es die Besucher in eine andere Welt eintauchen, eine die besser ist, als die da draussen, die u.a. geprägt ist von Arbeitslosigkeit und Geldmangel an allen Ecken. Mein Freund Bal sagt. "England wird in den nächsten 7 Monaten einen Kollaps erleben!" Er sieht total schwarz und sammelt schon mal Lebensmittel.

David Bowie is - Glitzerstar mit Kulturwert

Leider kommt der Platz, der ihm gegönnt wird an Fläche zu kurz für sein und das Werk anderer Künstler, wie Z.B. die Designer, die ihn eingekleidet haben für seine Performances.

Zwei der Räume, die aufgesucht werden müssen sind arg eng und es herrscht eine Stimmung ,wie auf einer Beerdigung. Das ist das Gefühl , welches mich beschleicht beim Hineingehen. Zuerst bekommt jeder einen Kopfhörer mit einem kleinen Kästchen, aus dem die Stimme David Bowies erklingt und zwar genau dann, wenn die Besucher seine Ausstellung betreten. Er hat eine angenehme warme Stimme.

Leider kann ich als "nicht Nativ Speaker" den englischen Texten nicht komplett zuhören und zeitgleich die Ausstellung geniessen. Beides funktioniert bei mir nicht wirklich.

PR Mitteilungen besser als die Ausstellung

Ich finde die Ausstellung gelungen - aber nicht so beeindruckend, wie die PR Mitteilungen es erwarten liessen.

Diese verrückte Mode und die Art der Fotografien hätten mehr Platz benötigt. Alles schien vollgestopft zu sein mit Bildschirmen, Texten und Dingen des Lebens dieses Künstlers. Allein nur ein Raum lies mich atmen und das hätte ich den anderen Räumen auch gegönnt. Etliche Fotografen portraitierten den Künstler auf ihre Weise, wie auch die Designer wie z.B. Freddie Buretti , Yamamoto, Armani die ihre Spuren hinterliessen.

Schamane, Chamäleon, Stilikone,Fabelwesen

300 Stücke haben die Kuratoren in zwei großen Räumen zusammengestellt, allein 60 davon sind Kostüme: Freddie Burretti gestaltete 1972 den Ziggy Stardust Anzug und die Performance damals machte D.B. zum Popstar, welcher Rockmusik und Jugendkultur zu einer neuen Bewegung machte.

Inspiriert wurden D.B. und sein Designer unter anderem vom Film "Clockword Orange!" made by Stanley Kubrick. David Bowie verlies die Schule mit 16 Jahren. 1965 nahm er den Namen David Bowie für sich in Anspruch als Künstlernamen. Auch in der Ausstellung sehen die Besucher/innen sein Frühwerk on Stage.

Eine perfekte Marketingstrategie

"Wir hätten uns nie träumen lassen, dass David Bowie in 40 Ländern die Charts anführt, wenn wir eröffnen", staunt Kuratorin Victoria Broackes. "Wir wollten die Ausstellung machen, weil er für viele Menschen den Soundtrack zu ihrem Leben geliefert hat." (Zitat Tagesschau.de)

Die komplette Ausstellung wurde unterstützt durch Gucci und auch Sennheiser. Die haben sich wirklich was einfallen lassen, was den Sound angeht und die Präsentation der Videos. Ich denke, die Macher hätten den ersten Raum auf jeden Fall grösser gestalten müssen.

Die Texte, die dort auslagen, waren nur zu lesen, wenn man bereit war, sich in eine Schlange zu stellen mit Menschen, deren Gesichter man nicht mal erkennen konnte. Die Mode ist schön ausgeleuchtet und dargestellt auf eine Art Podesten, die wiederum auch speziell getunt wurden. Voll war der Raum schon mit wenigen Menschen und das kann auch ein Konzept sein.

Es gab einen weiteren grösseren Raum, in dem ein Video lief mit alten Filmen, die David Bowie mit seiner Band zeigen. Grossformat und unscharf. Ok, darauf kam es nicht mehr an, wie selbst in den Raum alle Fotos auf einer Seite rechts unscharfe Portraits des Künstlers zeigten, einfach weil sie zu gross vergrössert wurden. Somit kann ich fast nichts erkennen von den Portraits, weil zu verschwommen. Das Highlight sind die Klamotten und seine Songs.

Diese sind einfach Bowie und er hat eine Welt erzeugt mit neuer Musik und Moderichtungen, ein Stil und Fantasiemix, der schon auch einfach an eine coole Modenschau in Paris erinnern lässt. Die Anzüge des David Bowie, seine Frisuren und seine Musik sind ein Kultprogramm und das ist es auch wert zu sehen.

Danach...

Aber hat er es nötig einen "eigenen" Museumshop mit Merchandising zu füllen?

Seine neue CD kam eben gerade heraus und was für eine Werbestrategie dahinter steht kann sich jeder selbst ausmalen. Im Shop gab es Poster, Bücher, CD,s limitierte Fotoabzüge und vieles mehr. Die Poster waren allerdings ausverkauft. Ein Shop für das was ich " Werbekampagne" nennen würde, denn lange haben die Fans von D.B. nichts vernommen, was ich schade fand.

Strategisch ist die Ausstellung ein echter Clou, wenn man bedenkt, dass fast jeder im Shop seine CD kauft oder sonstige Produkte in Orange. Er hat ja auch ein fotogenes Gesicht, dieser Mensch Bowie.

Nach Stunden des Staunens verläßt man die Ausstellung mit einem merkwürgigen Gefühl. Draussen, im gegensatz zu drinnen, begegnet man keiner Glitzerwelt. Wie schon gesagt, 14 Pfund Eintritt können sich die allermeisten Londoner Bürger nicht leisten.

Als ich aus der Ausstellung kam, standen die Menschen Schlange, Touristen aus aller Welt.

Bis zum 8.4. war David Bowie is- komplett ausverkauft. Kein Wunder. Es passten auch nicht viele Besucher in die Räume. Das nenne ich einen geschickten Werbezug, der gekonnt ebenso kommuniziert wurde von den Machern der Show. Bowie ist omnipräsent und doch nicht da. Aber vielleicht ändert sich das ja noch im Laufe der Ausstellung orakelt Museumschef Martin Roth:

David Bowie- geboren 1947- hat einen individuellen Stempel hinterlassen was look und Musik angeht. Er war ein grosser Visionär was Design und Musik anging und hat die Zeit der 70-90 mit geprägt, wie kaum ein anderer.

"David Bowie is blowing our minds" , "David Bowie is what follows", "David Bowie is jumping from universe to universe"

D.B. is dressed from head to toe"!"

aus dem Buch "David Bowie is" Museum V&A.

Das Buch zur Ausstellung ist wirklich gelungen und kann ich nur empfehlen. Enthalten sind super Fotografien, Texte, Plakate und vieles mehr aus dem Leben des David Bowie.

Für einen Preis von 35 Pfund erhältlich .

Die Schau "David Bowie is" ist bis zum 11. August 2013 im Victoria und Albert Museum, Cromwell Road, London SW7 2RL, zu sehen.