21.03.2016 07:04 zukunft gestalten

„Wir bauen eine neue Stadt“ ist das diesjährige Motto der Projekte der Urbane Künste Ruhr

Urbane Kuenste Ruhr stellt Projekte 2016 vor

Die Künstlerische Leiterin der jungen Kunstorganisation will mit den unterschiedlichsten Projekten der Frage nach der Zukunft unser Städte nachgehen, Foto (c) Volker Hartmann

Von: GFDK Redaktion

„Wir bauen eine neue Stadt“: Unter diesem Motto steht das diesjährige Programm von Urbane Künste Ruhr, das Katja Aßmann heute in Oberhausen vorstellte. Die Künstlerische Leiterin der jungen Kunstorganisation will mit den unterschiedlichsten Projekten der Frage nach der Zukunft unser Städte nachgehen – und nach der Art, wie wir urbane Lebensräume gestalten, wie wir leben wollen.

Bei der Beantwortung dieser Fragen mit künstlerischen Mitteln fordert Urbane Künste Ruhr die Menschen zum Handeln auf. „Das Gestalten von Zukunft ist eine kollektive Unternehmung“, sagt Katja Aßmann. Und deshalb habe sich Urbane Künste Ruhr auch „Wir bauen eine neue Stadt“ auf die Programmfahnen geschrieben.

Programmvorstellung Urbane Künste Ruhr

Die Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR), Karola Geiß-Netthöfel, sagte während der Programmvorstellung: „Urbane Künste Ruhr behält die gesamte Region, seine BewohnerInnen, KünstlerInnen und Kulturinstitutionen im Blick. Damit steht die Kunstorganisation ganz in der Tradition von RUHR.2010 und kann mit Recht als tragende Säule der Nachhaltigkeitsorganisation gelten, die wir als RVR gemeinsam mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport 2012 auf den Weg gebracht haben.“

Wie wollen wir in Zukunft leben

Und Lukas Crepaz, Geschäftsführer der Kultur Ruhr GmbH, ergänzte: „Urbane Künste Ruhr ist aus dem Diskurs um die Frage ‚Wie wollen wir in Zukunft leben’ nicht mehr wegzudenken. Die erst 2011 ins Leben gerufene Kunstorganisation ist zu dem geworden, wofür sie einst aus der Taufe gehoben wurde: Ein großes, stetig wachsendes Netzwerk aus KuratorInnen, KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, AktivistInnen und Institutionen – sowohl regional als auch national und international.“

Theater, Konzerte und Ausstellungen

Die erste große Premiere wird am 21. April 2016 gefeiert. Nach einem Konzept des international erfolgreichen Theaterkollektivs Rimini Protokoll schickt Urbane Künste Ruhr die Truck Tracks Ruhr auf die Straßen des Ruhrgebiets – und zwar für ein Jahr lang, in sieben Städten. Das ungewöhnliche und (er-)fahrbare Kunstprojekt möchte den Geschichten der Region eine Bühne geben, genauer gesagt: das Ruhrgebiet selbst soll zur Bühne werden.

Im Zentrum des Projektes Truck Tracks Ruhr steht ein Lastwagen als Zuschauerraum. Von außen gesehen ist das Gefährt nur ein LKW mit einer großen verspiegelten Glasscheibe. Im Inneren aber verbirgt sich ein Zuschauerraum mit 49 Sitzplätzen. Das Geschehen vor der Zuschauerbox wird dabei akustisch inszeniert, das sichtbare Leben vertont oder mit einer zweiten Ebene konterkariert durch Musik, Text, Soundcollage oder Hörspiel. Aus Bild und Ton entsteht eine Inszenierung des Ortes und seiner zufälligen PassantInnen.

Das erste Album startet in Oberhausen, das zweite im Rahmen der Ruhrfestspiele am 01. Juni 2016 in Recklinghausen. Als Beitrag von Urbane Künste Ruhr für die diesjährige Ruhrtriennale 2016 wird Truck Tracks Ruhr vom 12. August bis 24. September 2015 in Duisburg zu erleben sein. Es ist die erste Zusammenarbeit zwischen Urbane Künste Ruhr und Rimini Protokoll.

 Kunst im Ruhrgebiet

Eine zentrale Stellung im Programm von Urbane Künste Ruhr nimmt die Emscherkunst 2016 vom 04. Juni bis 18. September ein. International renommierte KünstlerInnen und Kollektive realisieren im Emschertal in Holzwickede, Dortmund, Castrop Rauxel, Recklinghausen und Herne ihre Kunstwerke, die von bewohnbaren Skulpturen, ephemeren Klangarbeiten bis zu großen gärtnerischen Experimenten reichen. Allen gemein ist die intensive Beschäftigung mit der Renaturierung der Emscher und den Auswirkungen auf den urbanen Alltag im Ruhrgebiet.

Zu den neuen Kunstwerken – wie Kunstpause von atelier le balto oder Fluss wird Wolke von Reiner Maria Matysik – gesellen sich Arbeiten aus den Jahren 2010 und 2013 wie Aus der Aufklärung des chinesischen Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei. Im Rahmen der Emscherkunst 2016 entwickeln zudem Studierende der Kunstakademie Münster unter der Leitung von Prof. Dr. Ferdinand Ullrich und in Zusammenarbeit mit Urbane Künste Ruhr verschiedene künstlerische Interventionen im urbanen Raum in Dortmund.

Weiterführende Links:
http://www.urbanekuensteruhr.de/