21.04.2012 07:16 am Samstag um 15.03 Uhr

„Wenn der Tod morgen käme, wäre es auch nicht so schlecht“ - Alfred Biolek zieht Lebensbilanz in ARD-Porträtreihe „Höchstpersönlich“

Alfred Biolek in seiner legendären Talksendung "Boulevard Bio" - Foto: hr/WDR/Hajo Hohl

Von: Birgit Nelles

Frankfurt. Der frühere Showmaster Alfred Biolek würde beruflich alles nochmal genauso machen, privat dagegen nicht: „Privat ist nicht alles so gut gelaufen“, sagt Biolek in der ARD-Porträtreihe „Höchstpersönlich“, die das Erste am Samstag um 15.03 Uhr ausstrahlt.

Das Emotionale habe so viele Aspekte, die könne man nicht immer selbst bestimmen. Der beliebte Talk-König, der nach langer Beziehung allein lebt, zieht im Film des Hessischen Rundfunks eine Lebensbilanz. Er habe erst sehr spät befreit gelebt. Mit über 30 Jahren habe er seine Anzüge und Krawatten gegen Lederjacken getauscht.

„Da habe ich mich dann auch erstmals bewusst mit jungen Männern getroffen.“ Sein erzwungenes Outing Jahrzehnte später habe er als schmerzhaften Schlag empfunden, der ihn befreit hätte. „Es hat wehgetan, aber es hat die Verspannung gelöst.“

Eine eigene Familie vermisse er manchmal, habe sich aber damit arrangiert. Dafür habe er viele Freunde. Biolek wohnt seit einiger Zeit wieder in Köln und gab seine Wohnung in Berlin auf. Der 77-Jährige, der sich 2006 aus dem Fernsehgeschäft zurückzog, fürchtet sich nicht vor dem Tod.

„Je älter ich werde, desto näher komme ich dem Tod. Und wenn er morgen käme, wäre es auch nicht so schlecht.“ Vor zwei Jahren hatte er sich bei einem Sturz schwer verletzt.

Birgit Nelles

bnelles@hr-online.de