04.11.2017 07:52 Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens

Tatort unterm Weihnachtsbaum mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl

Die Muenchner Tatort-Kommissare Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl rezitieren Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens

Die Münchner Tatort-Kommissare Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl rezitieren "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens, Credit: Stefan Nimmesgern

Von: GFDK - Redaktion

Sie ist – neben der Geschichte von Jesu Geburt – das vermutlich meisterzählte Literatursujet der Adventszeit: Charles Dickens' „Weihnachtsgeschichte“. Die sozialkritische Erzählung über den alten Geizhals Ebenezer Scrooge, der am Vorabend des Weihnachtsfests von drei Geistern heimgesucht wird und durch sie seine Menschlichkeit wiederentdeckt, ist ein Klassiker.

Als musikalisches Bühnenmärchen ist "Eine Weihnachtsgeschichte" am 30. November 2017 einmalig im Konzerthaus Dortmund zu erleben – rezitiert von den beliebten Münchner Tatort-Schauspielern Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl.

Stimmungsvoll und lebendig erzählt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl

Regisseur und Produzent Martin Mühleis hat gemeinsam mit dem Komponisten Libor Síma eine Bühnenfassung des Märchens geschaffen, die Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl wie auf den Leib geschneidert scheint. Sie erinnert in ihrer Ästhetik an alte Schwarzweißfilme und spielt mit Elementen literarischer Revuen.

Durch die Musik und die geschickte Lichtregie werden fesselnde Bilder geschaffen – und doch spielt der literarische Text immer die Hauptrolle. Tempo, Rhythmus und Struktur der Novelle bleiben auch in der Lesefassung bewahrt.

In der Interpretation der beliebten Schauspieler erhält die Erzählung zusätzlich eine unglaubliche Lebendigkeit. Beiden gelingt es im Zusammenspiel mit der Bühnenmusik, den skurrilen britischen Humor auf anrührende Weise herauszuarbeiten und für die perfekte Einstimmung auf die besinnliche Adventszeit zu sorgen.

Ein Klassiker – irritierend aktuell

In einer Zeit der Egozentrik, Ich-AGs und Smartphones kommt diese 1843 erstmals veröffentlichte Geschichte irritierend aktuell daher. Der Egomane Ebenezer Scrooge wirkt wie eine Blaupause des modernen Menschen. Er ist nicht interessiert daran, was gestern war, mit Familie und Vergangenheit hat er abgeschlossen.

Zukunft und Nachwelt – egal. Sein eigenes Glück ist sein Maßstab aller Dinge. Ausgerechnet an Heiligabend erscheinen Scrooge drei Geister. Sie zeigen ihm, was er in seiner verbohrten Fokussierung auf sein materielles Wohl alles verpasst im Leben.