01.03.2013 09:09 Kommentar zu Kultur/Musik/Grönemeyer

Schuster bleib bei deinen Leisten - Herbert Grönemeyer - Ein US-Star wird er wohl nicht mehr

Herbert Grönemeyer © 2011 EMI Music Germany

Herbert Grönemeyer © 2011 EMI Music Germany

Von: GFDK - Daniel Benedict

Herbert Grönemeyer stellte in New York sein englischsprachiges Album „I walk“ vor und 1000 Deutsche Zuschauer kamen mal vorbei. Die wollten aber was anderes hören, "Deutsch" rufen die Fans im ausverkauften New Yorker Irving Plaza Theater

Zur Troye verdammt - Grönemeyer hat sich einfach an die falsche Band gehalten: "Ich scheiß auf deutsche Texte", sangen einst Die Sterne. Herbie hat den ironischen Vers wahr gemacht, und sein Publikum mit englischen Songs verprellt. Hätte er doch nur Die Fantastischen Vier zurate gezogen. Die haben die Beziehung zu ihren Fans auf einen schlichten Begriff gebracht: Treue.

In leicht verrappter Rechtschreibung wurde sie zum Titelthema des Songs "Troy". Die Botschaft des Refrains: In guten wie in schlechten Zeiten, "wir werden dich begleiten. Wir bleiben troy."

So sehr man Grönemeyers Lust auf Veränderung verstehen kann, auf dem Höhepunkt einer Karriere wie der seinen herrscht ein kaum noch überwindbarer Erwartungsdruck. Fazit: Ein US-Star wird er wohl nicht mehr. Nötig hat er das aber ohnehin nicht.

Halbleerer Saal in Chicago

„Es ist wie eine romantische Verabredung, von der man ein Leben lang geträumt hat,” sagte Grönemeyer vor dem Auftritt. „Selbst wenn wir das hier vermasseln, es ist schon jetzt ein historischer Abend!”

Historisch im wahrsten sinne des Wortes

Grönemeyers englische Texte auf dem Album „I Walk“ haben den ein oder anderen Fehler, wie ein US-Musikkritiker der „Süddeutschen Zeitung“ sagte

Daniel Benedict

Neue Osnabrücker Zeitung