07.05.2013 08:07 Fotografie des 20. Jahrhunderts

Museum Folkwang erwirbt bedeutende Reportage Fotografien - die Sammlung Scheidegger

Museum Folkwang RC Fallender Soldat, Spanien 1936

Robert Capa, Tod eines Republikanischen Soldaten, Spanien 1936 © Robert Capa / Magnum Photos / Agentur Focus

Von: GFDK - Anna Littmann

Museum Folkwang erwirbt Sammlung Scheidegger. Bedeutende Reportage-Fotografien von Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, David (Chim) Seymour, George Rodger, Werner Bischof und Ernst Haas.

 

Eine einzigartige Sammlung von 87 Originalabzügen („Vintage-Prints“) von sechs Fotografen der legendären Agentur „Magnum“ – Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, David (Chim) Seymour, George Rodger, Werner Bischof und Ernst Haas – konnte von dem Schweizer Fotografen Ernst Scheidegger (*1923) für das Museum Folkwang erworben werden. Die Sammlung entstand in den Jahren 1952 – 1955 in Paris, als Scheidegger mit Freunden und Kollegen der Agentur Magnum regelmäßig Fotos tauschte. Zusätzlich schenkte Scheidegger dem Museum Folkwang 25 frühe Abzüge aus seinem eigenen fotografischen Oeuvre, die ebenfalls aus der Arbeit für Magnum hervorgingen.

 

Fotografie des 20. Jahrhunderts

Unter den Bildern der Sammlung Scheidegger befinden sich Ikonen der berichtenden und journalistischen Fotografie des 20. Jahrhunderts. Aus dem Bestand ragen insbesondere die neunzehn Fotografien von  Robert Capa heraus – eine Reihe von ebenso virtuosen wie seltenen Abzügen aus den Anfängen des Chinesisch-Japanischen Krieges (1938) sowie die weltbekannten Fotografien „Tod eines republikanischen Soldaten“ (1936) und „Landung der alliierten Truppen in der Normandie“ (1944). Äußerst bedeutend sind Henri Cartier-Bressons großformatige Abzüge von Gandhis Begräbnis in Dehli (1948). Die fünfzehn Fotografien von Scheideggers Landsmann und engem Freund Werner Bischof, die zum Großteil in Asien entstanden sind, stellen Meisterwerke der humanistischen Nachkriegsfotografie dar, ebenso die Aufnahmen von George Rodger, David Seymour und Ernst Haas, welche alle mit repräsentativen Arbeiten vertreten sind. Das berühmte Porträt Robert Capas, aufgenommen von Ruth Orkin, rundet die Sammlung ab.

 

Einblick in die Geschichte der Fotoagentur Magnum

Mit der Erwerbung der Sammlung Scheidegger gelingt es dem Museum Folkwang in einem zentralen Sammlungsgebiet seinen Bestand maßgeblich zu erweitern. Das Konvolut gibt zudem einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Fotoagentur Magnum. Das Museum wird die Sammlung wissenschaftlich erschließen und in einer Ausstellung und einem Katalog der Öffentlichkeit vorstellen.

Die Erwerbung der Sammlung Scheidegger wurde ermöglicht durch die Krupp-Jubiläums-Stiftung für Kunst und Museumszwecke.

 

 

Zur Person Ernst Scheidegger

Ernst Scheidegger wurde am 30. November 1923 in Rorschach, Schweiz, geboren und wuchs in Zürich auf, wo er auch heute noch lebt. Nach einer Ausbildung zum Schaufensterdekorateur studierte er von 1945 – 1948 in der Fachklasse für Fotografie, wo Hans Finsler Fotografie und Max Bill Formenlehre unterrichteten.

Daraufhin arbeitete er als Assistent von Max Bill und Werner Bischof, gestaltete Ausstellungen für den Marschallplan in Paris und entwickelte grafische Konzepte für Kunstzeitschriften, unterhielt enge Kontakte zur Pariser Kunstszene, bis er schließlich von 1952 – 1955 als freier Fotojournalist für die Agentur Magnum arbeitete. In diese Zeit fallen ausgedehnte Aufenthalte und Reisen nach Indien, in den Mittleren und in den Fernen Osten. Zahlreiche Reportagen wurden in Life, Picture Post, Collier’s, Paris-Match und Stern veröffentlicht. Später folgten diverse Lehrtätigkeiten und Aktivitäten im Bereich des Films, als Herausgeber und Kurator. Von 1960 – 1988 war er Bildredakteur der Wochenendbeilage der Neuen Zürcher Zeitung. Weltweite Beachtung erlangte Ernst Scheidegger durch die Dokumentation der künstlerischen Arbeit Alberto Giacomettis, mit dem ihn eine jahrelange Freundschaft verband.

 

Krupp-Jubiläums-Stiftung für Kunst und Museumszwecke

Aus Anlass der Hundertjahrfeier der Firma Krupp (1912) stifteten Margarethe Krupp sowie Gustav und Bertha Krupp von Bohlen und Halbach insgesamt zwei Millionen Mark für die neu zu gründende Krupp-Jubiläums-Stiftung. Deren Aufgaben lagen im Bereich von Kunst, Sport und Gesundheitspflege. Heute hat die Stiftung den Zweck, Kunstgegenstände für das Museum Folkwang zu erwerben oder sonstige künstlerische Zwecke zu fördern. Dem Stiftungsrat gehören Vertreter der Stadt Essen an sowie zwei Mitglieder, die von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung berufen werden.

 

Anna Littmann Museum Folkwang

Abteilung Kommunikation Pressereferentin Museumsplatz 1 45128 Essen

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