04.06.2013 09:56 Beitrag zur Zukunftssicherung

Mit Kunst, die den Ruch des Elitären hat, kann man ein großes Publikum erreichen

Thomas Gottschalk moderierte 2011 Oper für alle in München

Thomas Gottschalk moderierte 2011 Oper für alle in München © Wilfried Hösl

Von: Ralf Döring

Das Osnabrücker Symphonieorchester hat beim Klassik-Open-Air mit einem Konzert mehr Publikum erreicht als mit zwei oder drei regulären Abo-Abenden im Konzertsaal. Vermutlich hätte sich der Platz vor dem Dom sogar locker ein zweites Mal gefüllt. Und das mit einer Kunst, die den Ruch des Elitären nicht loswird.

Nun war dieser Abend Teil des Wolgograd-Projektes, das zog sicher beim Publikum. Doch es existiert ein Markt für Klassik-Open-Airs, Konzerte auf der Berliner Waldbühne sind ein ebensolcher Renner wie Operngalas mit all den Netrebkos, Kaufmanns, Schrotts. Und dort wird, bei aller Melodienseligkeit, ernsthaft Musik gemacht.

Die Schwelle zu den Kulturtempeln bleibt trotzdem hoch: Die wenigsten werden nach einer Operngala tatsächlich ins Opernhaus finden. Umso sinnvoller ist es, die Botschaften hinauszutragen: in die Stadt, zu den Bürgern. Das geht mit Würde und Anspruch; die Osnabrücker Symphoniker haben es bewiesen. Sie haben hervorragende Werbung für sich gemacht, und leisten damit einen Beitrag zur Zukunftssicherung. Zur Nachahmung empfohlen.

Ralf Döring

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Neue Osnabrücker Zeitung