17.12.2011 07:25 erzieht seinen sohn agnostisch

Kommentar vom Kölner-Stadt-Anzeiger: Kölner Bestsellerautor Richard David Precht meint "Kinder brauchen keinen Gott"

Foto© Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Von: Kölner Stadt-Anzeiger

Köln (ots) - Kölner Bestsellerautor verbietet seinem Sohn Mobiltelefon und Facebook-Eintrag vor dem 13.Geburtstag Köln.

Der Philosoph und Publizist Richard David Precht erzieht seinen acht Jahre alten Sohn agnostisch, also in Distanz zum Glauben. "Ich sage ihm nicht, dass es einen Gott gibt, oder dass es keinen gibt. Wer soll das wissen?", sagte der 47 Jahre alte Kölner dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstagausgabe). Kinder brauchen seiner Meinung nach kei-nen Gott, um gut aufzuwachsen. "Mein Sohn erlebt die Geborgenheit in der Familie. Das ist das, was für ihn wichtig ist." In der Erziehung vertritt der Bestsellerautor eine klare Linie. "Computerspiele sind strikt verboten. Gerade Ballerspiele töten Neugier und Begeisterungsfähigkeit." Auch ein Mobiltelefon oder einen Facebook-Eintrag verbietet Precht seinem Sohn, bevor er 13 Jahre alt ist.

Überhaupt sieht Precht in der modernen Technik die größte Herausfor-derung für sich als Vater. "Der technische Fortschritt macht die Kluft zwischen Bil-dungsgewinnern und Bildungsverlierern immer größer." Schließlich würden Kinder aus schwachen Milieus heute meist vor dem Computer sitzen und damit jegliche Kreativität zerstören. Um diesen Kindern zu helfen, kann sich Precht gut vorstellen, im Alter "als Nachhilfelehrer für Kinder aus sozial schwachen Familien" zu arbeiten. Allerdings hält er auch übertriebene Förderung für falsch. "Die Kinder der Mütter, die sich nur um die perfekte Frühförderung kümmern, werden vermutlich oft langweilige Menschen." Richard David Precht ist promovierter Germanist und Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität in Lüneburg.

Bekannt wurde er mit seinem populärwissen-schaftlichen Philosophiebuch "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" Gerade ist sein Buch "Warum gibt es alles und nicht nichts?" erschienen. Darin philosophiert er mit seinem acht Jahre alten Sohn Oskar. Precht ist mit der luxemburgischen Fernsehjourna-listin Caroline Mart verheiratet, die drei Kinder mit in die Ehe brachte. Precht hat außerdem einen Sohn aus einer früheren Beziehung.

Pressekontakt:

Kölner Stadt-Anzeiger Politik-Redaktion Telefon: +49 (0221)224 2444 ksta-produktion@remove-this.mds.de