27.07.2012 07:22 Neue OZ: Kommentar zu Musik / Oper / Festspiele

Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier stehen vor einer Reihe von Problemen

Von: Neue Osnabrücker Zeitung

Den Bayreuther Schwestern ist das Thema Nikitin sichtlich unangenehm. Sie haben sich in der Affäre alles andere als souverän verhalten, und jetzt reagieren sie mit Ausflüchten, Hinhalten, Schweigen. Kein Ja, kein Nein; stattdessen wälzen sie die Verantwortung auf den Sänger ab. Guter Führungsstil sieht anders aus.

Dabei stehen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier vor einer Reihe von Problemen: der Renovierung des Festspielhauses, der dringend benötigten Probebühne, der Nazi-Vergangenheit, um nur drei zu nennen. Nicht alle Schwierigkeiten sind hausgemacht. Die Schwestern leiden unter dem Reformstau, den ihnen ihr Vater hinterlassen hat.

Der tragischste Held in diesem unrühmlichen Spiel ist derzeit der Regisseur des "Holländers", der junge Jan Philipp Gloger. Vergeblich appelliert er, das Augenmerk weg von der Affäre auf seine Regiearbeit zu richten. Auch da wäre ein klares Wort hilfreich gewesen. Zumal die Festspielleitung Erfolge vorweisen sollte: 2015 laufen die Verträge aus. Der Druck auf Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier steigt.



Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion