03.04.2016 03:34 Ausstellung im Museum Ludwig

Globaler Blick: Huang Yong Ping erhält den Wolfgang-Hahn-Preis 2016

Der chinesische Kuenstler Huang Yong Ping

Huang Yong Pings Arbeiten enthalten subtile Querverweise zwischen konzeptueller, westlich geprägter und traditioneller fernöstlicher Kultur. Foto: Museum Ludwig

Von: GFDK - Anne Niermann / Sonja Hempe

Am 12. April 2016 erhält Huang Yong Ping den Wolfgang-Hahn-Preis. In diesem Jahr zeichnet die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig einen Künstler aus, der eine zentrale Rolle in der aktuellen Kunstgeschichte der Welt einnimmt. Mit analytischem Blick und historischer Weitsicht reflektiert der 1954 in China geborene, seit 1989 in Paris lebende Künstler Themen der Globalisierung, des Austausches und Widerstreits von Kulturen, Gesellschaften und Politik.

Zeitgleich eröffnet das Museum Ludwig die AusstellungHuang Yong Ping. Wolfgang-Hahn-Preis 2016“ mit Werken aus den Jahren 1983 – 2004. Wichtiger Teil der Präsentation ist die Arbeit „Mémorandum: Bat Project I, II, III, 2001 – 2003“ aus dem Jahr 2004, die im Rahmen des Preises zugunsten der Sammlung des Museum Ludwig erworben wurde.

 Ausstellung und Künstlerbuch

Anlässlich des Preises erscheint Huang Yong Pings Künstlerbuch „Memorandum: Bat Projects 2001 –2004“. Begleitet wird es von einem Katalog mit Texten von Doryun Chong und Yilmaz Dziewior. Eine Zeittafel dokumentiert die komplexe Geschichte der Bat Projects I, II, III, welche jeweils vor ihrer ersten geplanten Eröffnung in China zensiert wurden, von 2001 bis heute.

 

Programm am 12. April 2016:

12:00 Uhr:      Pressegespräch

18:30 Uhr:      Preisverleihung und Eröffnung im Museum Ludwig

 

Über Huang Yong Ping

Mit Huang Yong Ping erhält einer der wichtigsten Vertreter der chinesischen Avantgarde den Wolfgang-Hahn-Preis. Seine Arbeiten enthalten subtile Querverweise zwischen konzeptueller, westlich geprägter und traditioneller fernöstlicher Kultur. Sie verbinden Ironie und Humor, Politisches und Spirituelles. Die Intention seiner häufig großformatigen, skulpturalen Arbeiten ist dabei komplex und vielschichtig. Nicht selten geht es ihm um die Inszenierung von Widersprüchen.

Huang Yong Ping – dessen Nachname in der in China üblichen Schreibweise vor seinem Vornamen geschrieben wird – wurde 1954 in Xiamen, einer Küstenstadt in der Provinz Fujian im Südosten Chinas geboren, und schloss sein Kunststudium 1981 an der Academy of Fine Arts in der Provinz Zhejiang , China, ab. Seine erste Ausstellung hatte er 1983 im Palast der Kulturen in Xiamen. In den folgenden Jahren rief er gemeinsam mit anderen Künstlern die Kunstbewegung „Xiamen Dada“ ins Leben und stellte mehrfach in China aus. 1989 nahm er an der bahnbrechenden, von Jean-Hubert Martin kuratierten Ausstellung „Magiciens de la terre“ im Centre Georges Pompidou und in der Grande halle de la Villette in Paris teil.

Die Ausstellung, in der zu gleichen Teilen westliche und nicht-westliche Künstler vertreten waren, problematisierte den Eurozentrismus einer westlich geprägten Kunstgeschichte. 1989 fand ebenfalls das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking statt. Im selben Jahr entschied Huang, sich in Frankreich niederzulassen, um dort zu leben und zu arbeiten.

In den folgenden Jahrzehnten nahm Huang an wichtigen Biennalen und Triennalen wie der Carnegie International (1991) in Pittsburgh, an der Manifesta 1 (1996) in Rotterdam, an der 3. Biennale in Shanghai (2001), an der Triennale in Guangzhou (2002), an der 10. Biennale in Istanbul (2007) und an der 3. Biennale in Moskau (2009) teil. 1999 vertrat er Frankreich auf der Biennale in Venedig zusammen mit Jean-Pierre Bertrand. 1997 widmete ihm De Appel in Amsterdam eine erste Retrospektive. 2005 richtete dann das Walker Art Center in Minneapolis die umfassende Retrospektive „House of Oracles“ für den Künstler aus, die weiter an das MassMoCA in Massachusetts und dann an das Ullens Center for Contemporary Art in Beijing reiste. Weitere wichtige Einzelausstellungen waren beispielsweise „Wu Zei“ im Ozeanographischen Museum in Monaco (2010), „Huang Yong Ping“ im Nottingham Contemporary (2011) oder „AMOY/XIAMEN“ im Musée d’Art Contemporain in Lyon in 2013.

In Deutschland war Huang unter anderem Teilnehmer an den Skulptur Projekten Münster 1997 und 1999 an der Ausstellung „Kunstwelten im Dialog“ im Museum Ludwig in Köln. Aktuell zeigt die Power Station, das Museum für zeitgenössische Kunst in Shanghai, eine große Retrospektive von Huang Yong Ping. Zudem ist er nach Anselm Kiefer (2007), Richard Serra (2008), Christian Boltanski (2010), Anish Kapoor (2011), Daniel Buren (2012) und Ilya und Emilia Kabakov (2014) Gast der Monumenta 2016 im Grand Palais in Paris. Dort bekommt er die Carte Blanche, um in der 13.000 m² großen Halle eine raumfüllende Installation zu erschaffen (Eröffnung: 8. Mai 2016).