28.04.2015 09:00 Ein Highlight junger Kunst:

Gila Abutalebi und die junge Kunst in der Kölner Galerie Reitz

Gila Abutalebi stellt in Galerie Reitz aus

Unter dem Titel „Transparenzen“ stellt die Galerie Reitz vier Künstlerinnen aus: Gila Abutalebi, Margareta Hesse, Maria Maier und Eva Ohlow (c) Abutalebi/ Nowak

Vernissage Gila AbutalebiGila Abutalebi mit Konrad und Petra AdenauerGila Abutalebi KunstwerkGila Abutalebi Kunstwerk
Von: GFDK - Herwig Nowak

Die neue umtriebige Galerie Reitz lädt zur Eröffnung einer ihrer ersten Ausstellungen ein – und alle, alle kamen. Was erweist deutlicher, wie lebhaft die Kunst im Herzen des rheinischen Menschen verwurzelt ist, als ein solches Erlebnis?

Aber konkret: Unter dem Titel „Transparenzen“ stellt die Galerie Reitz vier Künstlerinnen aus: Gila Abutalebi, Margareta Hesse, Maria Maier und Eva Ohlow. Die Resonanz der interessierten Öffentlichkeit bei der Vernissage am 12. Mai 2015 war überwältigend. Fast verdeckten die Besucher die Kunst und standen sogar vor der Galerie Schlange als Gerard Goodrow, Kurator in Köln und ehemaliger Direktor der Art Cologne, die dargestellte geschichtete Kunst erläuterte.

Gila Abutalebi stellt das Wort in den Mittelpunkt

Auch wir wagen den Versuch der Interpretation, indem wir Ihnen beispielhaft die Arbeit der Künstlerin Gila Abutalebi vorstellen und erläutern. Bei ihr sind Sujet und Darstellung gleichermaßen außergewöhnlich.
Das Sujet ihrer Arbeit – zunächst - leitet sich aus der Sprache her. Die Künstlerin stellt das Wort und dann den Buchstaben in den Mittelpunkt ihrer Aussage. Nicht falsch also, sie als „Sprach- und Schreibekünstlerin“ zu titulieren und ihre Werke als „Transparente Lyrik“, auch als „geschichtete Kunst“ zu bezeichnen, die akribisch per Hand mit lateinischen Buchstaben geschrieben sind.


Mit unglaublicher Präzision und übrigens unter hohem persönlichen und zeitlichen Einsatz „webt“ sie zunächst einen Perserteppich, der den Hintergrund abgibt für die davor gehängte aktuelle Aussage. Geschichtete Kunst also. So wird Orientalisch - Mystisches in Beziehung gesetzt zu einer modernen europäischen Botschaft. Dabei gehört das besondere Interesse der Künstlerin dem Neuen, Aktuellen.

In love with K - K Visuals

Es exemplifiziert sich am Buchstaben, dem Atom unserer Sprache, und hier besonders am Buchstaben „K“, den sie in ihrer Serie „In love with K - K Visuals“ mit großem Ideenreichtum in der Vielzahl seiner Bedeutungen dokumentiert. Erstaunlich, welche Vielfalt der Gestaltungen der Künstlerin für den Buchstaben „K“ gelingen. Und wie sie versteht, den Beschauer emotional zu berühren, Emotionen auszulösen und zu Reaktionen zu veranlassen. Ihre Ausdeutungen des Buchstabens umfassen die ganze Skala seiner - vor allem- positiven Sinndeutungen.

Der Buchstabe „K“ in expressiver, voranschreitender, lebensbejahender Pose, kraftvoll und ohne Angst. Hervorzuheben ist diesbezüglich ihr Werk K Visual No. 47, welches aus der parallel stattfindenden Dauerausstellung bei der REWE Hauptzentrale in Köln, zur Ausstellung in die Galerie Reitz gewandert ist. Der sogenannte Lieblingskämpfer von Abutalebi.

„Er hat den Segen der Liebe, er steht stets im Liebesstrahl. Dieser Kämpfer ist voller Kreativität, voller Würde, der Komplize, den man sich im Leben wünscht, der mit zum Erfolg beiträgt, der Erleuchtete, der wahre König der Herzen, er kämpft für das Gute, wie Ghandi & Co – ….somit die doch größtenteils humanistische Komponente zum aktuellen Geschehen, der Kämpfer, den die breite Masse schlichtweg braucht!“


Manch ein K erinnert somit auch an kritische Themen (K Visual No. 9 – Against the mass). Spricht sie China an, spricht sie den Einzelkämpfer in der heutigen Gesellschaft an? Was will uns Abutalebis „OK“ gar „KO“ sagen? Immer wieder tauchen ihre Symbole O + K gar K + O auf (die sinnbildlich für den Menschen stehen) und hinterlassen Fragen.

Das K arbeitet in dem Betrachter

K wie Kapitalismus, Kanibalismus, Korruption, Kömodie, Kalkül, Krise, Katastrophe, Konzert, Komposition, Kritik, Kultur, Kontroversen, .. bis hin zum Kuss, das K arbeitet in dem Betrachter.
Die Darstellung ihres künstlerischen Anliegens verlangt den interessierten als auch kenntnisreichen Betrachter. Nichts, nicht Hintergründe, nicht Formen, nicht Farben sind so zu verstehen, wie es sich „prima vista“ zeigt. Alles ist einer Sinndeutung zugänglich und bedarf ihrer.

Der Betrachter muss sich in die Sprache der Künstlerin einarbeiten, sie verstehen. Das ist vielleicht nicht leicht und verlangt akribische Beschäftigung mit Gila Abutalebi.  Aber dann ist es ein Erlebnis, ihre Kunst zu schauen, sie zu erleben, ein Erlebnis, das den Betrachter so schnell nicht wieder verlässt.

Ausstellung in Köln

Gila Abutalebi ist zu sehen im Rahmen der Gruppenausstellung “Transparenz“ seit dem 12. April 2015 in der Galerie Reitz ,Rheinauhafen, Anna-Schneider-Steig 3,50678 Köln – Midissage am 10. Mai, 12 Uhr

look@transparente-lyrik.de

Weiterführende Links:
http://www.transparente-lyrik.de/