20.08.2014 12:34 erste Frau in diesem Amt

Frauenpower. Christina Végh wird neue Direktorin der kestnergesellschaft

Christina Végh wird neue Direktorin der kestnergesellschaft

Die Kunsthistorikerin wurde aus einem starken Bewerberfeld ausgewählt und wird als erste Frau in diesem Amt die Leitung der kestnergesellschaft am 1. Mai 2015 übernehmen, Foto Christina Végh (c) Patrick Haas

Von: GFDK - Charlotte Schüling

Christina Végh (43) wird neue Direktorin der kestnergesellschaft. Das 1916 gegründete Ausstellungshaus für internationale zeitgenössische Kunst zählt zu den renommiertesten und größten Kunstvereinen Europas.

Die in Zürich geborene Kunsthistorikerin wurde aus einem starken Bewerberfeld ausgewählt und wird als 11. Direktorin und erste Frau in diesem Amt die Leitung der kestnergesellschaft am 1. Mai 2015 übernehmen.

Christina Végh leitet seit 2004 als Direktorin den Bonner Kunstverein, der sich unter ihrer Führung zu einem der erfolgreichsten und angesehensten Kunstvereine in Deutschland entwickelt hat. Ihre kuratorische Arbeit zeichnet sich durch generationenübergreifende, experimentelle wie interdisziplinäre Ansätze aus, die das Entstehen von Kunst sowie das Format der Ausstellung befragen und zugleich aktuelle gesellschaftliche Themen verhandeln.

Mit berühmten Künstlern gearbeitet

Sie hat u.a. mit Künstlern wie Ed Atkins, Alexandra Bircken, John Baldessari, Ryan Gander, Charline von Heyl, Judith Hopf oder Christopher Williams gearbeitet. Aktuell bereitet sie Projekte mit Nicolas Party, Gabriel Lester, Haegue Yang und Jana Euler vor. Mit dem unter ihrer Leitung etablierten Kunst- und Jugendprogramm („KunstStück“), das mehrfach ausgezeichnet wurde, erreicht der Bonner Kunstverein auch Menschen aus bildungsfernen Kreisen. Von 2008 – 2014 war sie im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kunstvereine (AdKV) kulturpolitisch tätig.

Für die erfolgreiche Programmatik und Neuausrichtung der Institution, verbunden mit Fundraising und baulicher Sanierung, wurde Végh 2010 von der schweizerischen Kunstkommission des Eidgenössischen Bundesamts für Kultur mit dem Preis für Kunst- und Architekturvermittlung ausgezeichnet. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.

Ihre Karriere startete sie an der Kunsthalle Basel

Véghs kuratorische Laufbahn begann 2000 an der Kunsthalle Basel, wo sie mit Peter Pakesch und Adam Szymczyk arbeitete. 2003 erhielt sie ein Kuratorenstipendium bei ISCP (International Studio & Curatorial Program, New York).

Uwe Reuter, erster Vorsitzender der kestnergesellschaft: „Christina Végh wird die bisherige erfolgreiche Entwicklung der kestnergesellschaft, insbesondere auch in der zwölfjährigen Amtszeit ihres Vorgängers, Dr. Veit Görner, fortsetzen und um eigene Impulse bereichern. Für diese Aufgabe bringt Christina Végh Führungsstärke, hervorragende Kenntnisse, weitreichende Verbindungen in die internationale Kunstszene und umfassende Ausstellungserfahrungen mit. Wir freuen uns, eine so kompetente Kollegin für diese anspruchsvolle Position gefunden zu haben, die das Profil der Institution weiterentwickeln wird.“

Christina Végh freut sich auf die Zusammenarbeit

Christina Végh: „Über den Ruf an die kestnergesellschaft bin ich außerordentlich glücklich. Das traditionsreiche Haus bietet beste Voraussetzungen - außerordentliche Räume, ein sehr engagiertes Team, die juristische Form des Kunstvereins -, um eine konzentrierte Programmatik zu entwickeln und dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst und Kultur als Forum für Diskussion und Identitätsbildung zu betonen. Es wird mir darum gehen, die Ausstellungen nicht als einfache Folge von Werkpräsentationen zu entwickeln, sondern das exemplarische Wechselausstellungshaus als Ort der Forschung und Wissensproduktion sichtbar zu machen und neue Wege der Vermittlung miteinzuschließen. Es begeistert mich, in einer Institution zu sein, in der das außergewöhnliche Engagement einer zutiefst demokratisch geprägten Stadtgemeinschaft tragend für die Kunst ist und natürlich freue ich mich schon sehr darauf, die Landeshauptstadt Hannover als Standort für eine differenzierte Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst gemeinsam mit den Kollegen am Kunstverein Hannover und am Sprengel Museum mitgestalten zu dürfen.“

Pressekontakt

Charlotte Schüling
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