11.10.2012 11:05 Neue OZ: Kommentar zu Frankfurter Buchmesse / Buchpreisbindung

Es geht ums Eingemachte - Veränderung von Kreativprozess, Kauf- und Leseverhalten

Das Internet macht es möglich, dass Autoren sich ihre Projekte von ihren Lesern finanzieren lassen. Ob ein Werk erscheint, muss nicht mehr zwangsläufig ein Verleger oder Lektor entscheiden.
Von: GFDK - Neue Osnabrücker Zeitung

Neue E-Book-Lesegeräte und das lange Warten auf den Durchbruch des E-Books auf dem deutschen Buchmarkt standen in den vergangenen Jahren im Zentrum der Diskussionen auf der Frankfurter Buchmesse. Bei der 64. Branchenschau wird das zur Nebensache angesichts der Folgen des inzwischen rasanten digitalen Wandels im Buchhandel.

Nun geht es ans Eingemachte: um die langfristige kulturelle Veränderung von Kreativprozess, Kauf- und Leseverhalten. Das Internet macht es möglich, dass Autoren sich ihre Projekte von ihren Lesern finanzieren lassen. Ob ein Werk erscheint, muss nicht mehr zwangsläufig ein Verleger oder Lektor entscheiden. Einige Publikumsverlage werten bereits aus, wie Leser auf ein E-Book reagieren, um zu sehen, ob sich eine gedruckte Ausgabe überhaupt lohnt.

Spätestens wenn sich derartige Ideen durchsetzen und immer mehr Verantwortung an den Endverbraucher, sprich: den Leser, abgedrückt wird, dürfte es sehr schwer werden, die Buchpreisbindung weiterhin zu rechtfertigen.

Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion