24.10.2016 00:09 literarische Stimme

Erich Fried Preis geht an den deutschen Schriftsteller Leif Randt

Schriftsteller Leif Randt

„Die literarische Stimme von Leif Randt ist unverkennbar, einprägsam, eigenartig im besten Sinn." © Zuzanna Kaluzna

Von: GFDK - Kiwi

Der Preisregen geht weiter. Nach Zadie Smith, die für den »Welt«-Literaturpreis ausgezeichnet wurde, erhält in Anerkennung an sein außergewöhnliches literarisches Werk, der deutsche Schriftsteller Leif Randt den Erich Fried Preis 2016. Zugesprochen wurde er ihm von Eva Menasse, der diesjährigen alleinigen Jurorin.

Der vom Bundeskanzleramt gestiftete Erich Fried Preis zählt mit 15.000 Euro zu den höchst dotierten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum und wird seit 1990 von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft an Schreibende jüngerer Jahrgänge für herausragende literarische Leistungen vergeben.

Auszeichnung für Leif Randt

„Die literarische Stimme von Leif Randt ist unverkennbar, einprägsam, eigenartig im besten Sinn. Sie knackt vor staubtrockener Ironie, einer Ironie, die für mitteleuropäische Autoren ungewöhnlich ist. Nichts an seiner Sprache ist saftig, alles ist kühl und hochglanzpoliert, die Farben so schön klar wie aus dem Gefriertrockner. Es scheint die perfekte Sprache für Geschichten zu sein, die in sehr fremden Welten spielen, auf fernen Planeten, in einer Zukunft, in der sich eine vernünftige und durchrationalisierte Menschheit von allem befreit hat, was stört: Kriege, Krankheiten und Gefühle.“

„Ich gratuliere Leif Randt, der als Spezialist für die Generation Twentysomething und für seinen nüchternlakonischen Stil bekannt ist, sehr herzlich zu dieser Auszeichnung“, so Kunst- und Kulturminister Thomas Drozda.

Die Preisverleihung findet am 20. November 2016 um 11 Uhr im Literaturhaus Wien statt. Die Veranstaltung ist ein Höhepunkt der Internationalen Erich Fried Tage 2016 (19.-22. November), die sich zudem aus einer Tagung zum Thema „Jüdische Gegenwarten in Europa“ und einem Ausblick auf das Internationale Literaturfestival 2017 unter dem Motto „Reden über die Liebe“ zusammensetzen.

Über Leif Randt

Leif Randt, geboren 1983 in Frankfurt am Main, gehört seit seiner mehrfach ausgezeichneten Wohlstandsutopie »Schimmernder Dunst über CobyCounty« zu den stilbildenden deutschsprachigen Autoren. »Planet Magnon« stellte er u.a. in Chicago (USA), Johannesburg (Südafrika) sowie in Makassar (Sulawesi, Indonesien) vor. Seine Prosa wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Nicolas-Born-Debütpreis (2010), beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb mit dem Ernst-Willner-Preis (2011), mit dem Düsseldorfer Literaturpreis (2012) sowie mit einem Stipendium der Villa Aurora in Los Angeles (2013). Leif Randt lebt in Berlin und Maintal-Ost.