13.06.2017 07:46 Renku - ein Hauch Japan

Einladung zum gemeinsamen Dichten - fehlende Ernsthaftigkeit und literarische Mangel

Gemeinsames Dichten regt die Hirnzellen an und verhindert garantiert den Hirntod

Gemeinsames Dichten regt die Hirnzellen an und verhindert garantiert den Hirntod.

Von: GFDK - Johannes Krüger

Renku - ein Hauch Japan und trotzdem nicht Japanisch. Verlinkte Verse (Ren-ku), ohne hier auf die Vielschichtigkeit ihrer Struktur eingehen zu wollen, sind eine Einladung zum gemeinsamen Dichten. Es gibt jedoch die Meinung, dass das Haikuprodukt bei den Kettengedichten dem Haikuprozess unterliegt. Auch ein Grund für Kritiker, diese Verse von jeher mit einer zwielichtigen Natur zu belegen, deren literarischen Wert anzuzweifeln.

Die Autoren sehen das anders. Die Freude des Miteinanders wird ergänzt durch die Freude an der Entwicklung eines eigenen, möglichst niveauvollen Haikustils - die eigene, unverwechselbare Handschrift. Über Längen, Distanzen hinweg haben sich hier Zwei gefunden, die durch das Renku enge Freunde geworden sind (auch das kann Haiku), und gerne deren Freude am Schreiben auf den Lesenden übertragen möchten.

Von welcher Art Natur sie auch in ihrem Lebensumfeld umgeben sind, haarscharfe Beobachtungen fließen ohne Wertung ein. Die Kombination der Zeilen lässt aber allerhand erraten.

Von fehlender Ernsthaftigkeit und literarischem Mangel kann bei den in Szene gesetzten Haikumomenten und deren Klangbild keine Rede sein; selbst wenn das Erstlingswerk "Haselnusszweige" im Shisan-Jahreskreis nicht der üblichen Versaufteilung folgt. An dieser Stelle möchten die Autoren Claudia Brefeld für ihre Betreuung der Nijuin (20-Vers-Renku) danken.
(andersseitig.de)

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Ansprechpartner: Herr Johannes Krüger