06.08.2011 07:27 Neue OZ: Kommentar zu Kultur Oper

Eine Notlösung - Bayreuther Tradition - Frank Castorf auf der Opernbühne wenig erfahren

Festspielhaus Bayreuth Vorführung ©flickr pannek

Von: Neue Osnabrücker Zeitung

Osnabrück (ots) - Frank Castorf fügt sich irgendwie ins Bayreuther Konzept: Christoph Schlingensief tobte sich auf seiner Volksbühne aus, Sebastian Baumgarten, Regisseur der diesjährigen Neuproduktion des "Tannhäuser", ebenfalls.

Beide wurden noch vom Festspiel-Patriarchen Wolfgang verpflichtet. Jetzt lassen die Töchter den künstlerischen Ziehvater der beiden zum Zug kommen.

Immerhin wird es mit ihm kaum Differenzen um 3-D-Filmrechte geben, das erhöht die Chance auf einen tatsächlichen Vertragsabschluss. Aber gemessen an schillernden Namen wie eben Wenders, Spielberg oder von Donnersmarck, die allesamt als "Ring"-Regisseure im Gespräch waren, klingt Castorf nach einer geradezu pragmatischen, um nicht zu sagen nach einer Notlösung, einer renommierten immerhin.

Zwei Jahre bleiben ihm, das Opernmonster zu bändigen und auf die Bühne zu bringen, das wird verdammt eng. Schon Castorfs Vorgänger Tankred Dorst hat dieses enge Zeitkorsett mächtig gezwickt.

Castorf wiederum hat sich einen Namen als Stückezertrümmerer gemacht, ist aber auf der Opernbühne wenig erfahren. Auch damit steht er in bester Bayreuther Tradition.

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