10.03.2018 07:14 Widerstand und Sündenböcke

Die Deutschen wollen kein Diesel-Fahrverbot - Zwei Drittel dagegen

Es ist klar zu erkennen, dass sich eine Bewegung gegen das Diesel-Fahrverbot formiert, die bereit ist, Widerstand zu leisten

Dieser Benz darf weiter fahren. Es ist klar zu erkennen, dass sich eine Bewegung gegen das Diesel-Fahrverbot formiert, die bereit ist, Widerstand zu leisten. Wie das geschehen wird bleibt abzuwarten. Foto: GFDK

Von: GFDK - Medien

Die Nachricht ist ein Schock für das Autoland Deutschland. Es droht die kalte Enteignung der Dieselfahrer - Das drohende Diesel-Fahrverbot in deutschen Städten wurde in den letzten Tagen heiß diskutiert – auch in den sozialen Medien.

Dort spricht sich die Mehrheit gegen ein Fahrverbot aus. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Deutschlands führendem Unternehmen im Bereich Social Media-Monitoring und -Analysen, VICO Research & Consulting

Es formiert sich eine Bewegung die Widerstand leisten will

Berlin, 01. März 2018. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied aktuell, dass Diesel-Fahrverbote in deutschen Städten nach geltendem Recht zulässig sind. Seitdem diskutieren Diesel-Liebhaber und -Gegner das Thema ausgiebig im Netz.

Deutschlands führendes Unternehmen im Bereich Social Media-Monitoring und -Analysen, VICO Research & Consulting (www.vico-research.com), hat nun über 77.000 öffentliche Beiträge zum Thema erfasst und ausgewertet. Das Ergebnis: Die klare Mehrheit der Social Media-Nutzer ist gegen Diesel-Fahrverbote.

Fast 65 Prozent gegen Diesel-Fahrverbot

In insgesamt 64,1 Prozent der erfassten Beiträge mit wertenden Aussagen wird ein mögliches Diesel-Fahrverbot negativ bewertet. Fahrverbot-Gegner argumentieren unter anderem, dass ein Fahrverbot nicht auf eine bestimmte PKW-Gruppe beschränkt werden dürfe und die Dieselfahrer nur Sündenböcke einer inkompetenten Umweltpolitik seien.

Dieselfahrer werden zu Sündenböcken gemacht

Auch kritisieren sie, dass es an Kapazitäten für die nötigen Kontrollen fehle und Schiffen und Flugzeugen in der Konsequenz auch ein Fahr- bzw. Flugverbote erteilt werden müsste. Zudem fordern viele Sonderregelungen für gewerblich genutzte Diesel-Fahrzeuge. Einige der Diesel-PKW-Fahrer äußern sich im Netz dahingehend, dass sie sich kein neues Autos leisten könnten.

Der gerichtliche Freibrief für Diesel-Fahrverbote

In immerhin 35,9 Prozent der wertenden Beiträge zum Thema wird ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge positiv bewertet. Fahrverbot-Befürworter argumentieren unter anderem, dass andere Länder ähnliche Maßnahmen zur Luftreinheit hätten und dieser Schritt aufgrund der alarmierenden Stickstoffdioxid-Überschreitungen in vielen Städten nötig sei.

Einige Nutzer fordern in diesem Zusammenhang, dass die Autobauer betroffene Autos auf ihre Kosten nachrüsten müssten.

Vorbei damit „Freie Fahrt für freie Bürger“

Marc Trömel, Geschäftsführer von VICO Research & Consulting, kommentiert die Analyse:

“In unserer Analyse konnten wir deutlich sehen, dass die von den Fahrverboten betroffene Gruppe erheblich lauter ist als die Befürworter des Urteils. Wie die tatsächliche Verteilung der Meinung in der Bevölkerung ist, lässt sich daraus nicht ableiten.

Aber es ist klar zu erkennen, dass sich eine Bewegung formiert, die bereit ist, Widerstand zu leisten. Es bleibt abzuwarten, auf welche Weise dies geschehen wird. Das Echo ist jedenfalls groß und wird im Zuge der ersten durchgesetzten Fahrverbote sicher noch größer werden.”

Um die Netz-Stimmen zum Thema Diesel-Fahrverbot zu analysieren, hat VICO Research & Consulting über 77.000 öffentliche Beiträge aus Twitter, sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+, Blogs, Foren, sowie News-, Q&A-, Video- und Bild-Portalen erfasst und alle Beiträge mit wertenden Aussagen analysiert.