12.12.2016 04:01 Förderprogramme für Künstler

Das eigene Atelier finanzieren: Wege für selbstständige Künstler

Finanzieren sie ihr Atelier Kunst muss nicht brotlos sein

Kunst muss nicht brotlos sein. Aber ein eigenes Atelier ist die Voraussetzung für die tägliche Arbeit. Foto: © istock.com/mediaphotos

Von: GFDK - Redaktion

Für schaffende Künstler ist das Atelier die Voraussetzung für die tägliche Arbeit. Doch dieser Arbeitsplatz kostet gutes Geld und Geld ist im künstlerischen Bereich bekanntlich oft ein rares Gut. Glücklicherweise versprechen Finanzierungen und Fördermöglichkeiten Abhilfe.

Die Finanzierung: Auch bei Künstlern ein beliebtes Mittel

Die häufigste und ganz offensichtliche Option ist die Finanzierung durch die Bank. Dazu gibt es gute und schlechte Nachrichten: Kredite sind so günstig wie nie zuvor – an den Kriterien zur Bewilligung ändert sich jedoch nichts. Das bedeutet, dass die sogenannte Bonität immer noch ein entscheidendes Kriterium ist.

Immerhin haben suchende Künstler inzwischen die Möglichkeit, online herauszufinden, wie es um ihre Kreditwürdigkeit laut Score Kompass steht. Der Vorteil dabei ist, dass die Kreditwürdigkeit auf eine einfache Zahl zwischen 100 und 600 reduziert wird, sodass man die Situation auch ohne tiefere Kenntnisse auf einen Blick einschätzen kann. Eine möglichst hohe Zahl deutet dabei auf eine gute Bonität hin.

Eine positive Bonität ist somit die Voraussetzung für die Kreditfinanzierung des Ateliers. Ist dieser Faktor erfüllt, gelten die altbekannten Regeln: Die Gesamtkosten müssen über die Jahre richtig eingeschätzt werden, was bedeutet, dass bei Laufzeit und Tilgung genau die richtige Schnittmenge getroffen werden sollte.

Zu lange Laufzeiten führen auch bei Niedrigzinsen zu einem starken Zinseszinseffekt; im Gegenzug sind die monatlichen Raten relativ gering. Kurze Laufzeiten stellen eine höhere finanzielle Belastung dar, dafür ist die Tilgung nach einiger Zeit abgeschlossen. Eine exakte Kalkulation hilft, die ideale Strategie zu entwickeln.

Fördermöglichkeiten von Bund und Ländern

Eine andere Möglichkeit sind ausgewiesene Förderprogramme für Künstler. Ein Beispiel dafür ist die Stiftung Kunstfonds, in deren Töpfen unter anderem Arbeitsstipendien in Höhe von bis zu 18.000 Euro für ein Jahr oder Projektzuschüsse bis maximal 25.000 Euro enthalten sind. Wie hoch die Chancen auf eine solche Förderung sind, ist ganz individuell – eine unverbindliche Nachfrage kostet jedoch nichts.

Weitere Optionen finden sich in dieser Liste des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst. Förderungen wie der bayerische Kunstförderpreis, der mit 6.000 Euro dotiert ist, sind natürlich auf Künstler im Freistaat beschränkt, zeigen jedoch, dass nicht nur der Bund, sondern auch die Länder das Thema durchaus ernst nehmen.

Dies gilt ebenfalls im späteren Verlauf der Karriere, zum Beispiel dann, denn die Arbeit im Atelier beendet ist und es an die erste Einzelausstellung geht – auch dieses Event bedeutet schließlich Vorkasse. Die Fördermöglichkeiten decken damit das gesamte Spektrum des künstlerischen Schaffens ab und belegen, dass Kunst keineswegs immer brotlos sein muss.