15.01.2015 08:48 Präsidentschaftsübergabe

Bildung im Blick: Sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth löst Sylvia Löhrmann ab

Brunhild KurthBrunhild Kurth

Brunhild Kurth folgt auf die Nordrhein-Westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann. Fotoquelle: KMK

Von: GFDK - Torsten Heil

Die Sächsische Staatsministerin für Kultus, Brunhild Kurth, hat turnusgemäß die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz für 2015 angetreten. Sie folgt auf die Nordrhein-Westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann. Die neue Präsidentin betonte am Mittwoch bei der Präsidentschaftsübergabe im Bundesrat in Berlin:

„Ich danke meiner Kollegin Sylvia Löhrmann ganz herzlich für ihre Arbeit als Präsidentin im vergangenen Jahr.“ Sie werde den eingeschlagenen Reformkurs zu mehr Vergleichbarkeit und zur Qualitätsentwicklung im Bildungsbereich konsequent weiterverfolgen. „Der Bildungsföderalismus bietet den Ländern die nötige Freiheit, ihre Verantwortung der Selbstkoordination in gemeinsamen Fragen der Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturpolitik in der Bundesrepublik Deutschland wahrzunehmen. Aber er ist auch Verpflichtung zugleich, denn gute Bildungspolitik kann in Deutschland nur in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit unter den Ländern und auch mit dem Bund Erfolg haben“, sagte Kurth.

Förderung der leistungsschwächeren Schüler

Ein zentrale bildungspolitische Herausforderung der Kultusministerkonferenz (KMK) im Präsidentschaftsjahr 2015 ist es, nicht nur die Maßnahmen zur individuellen Förderung der leistungsschwächeren, sondern auch die zur individuellen Förderung der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler weiter auszubauen. Ein Konzept zur individuellen Förderung und eine Strategie zur Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler sollen die schon seit 2010 bestehende „Förderstrategie für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler“ ergänzen.

Als weitere wichtige Aufgabe ihrer Präsidentschaft bezeichnete es Brunhild Kurth, die Vergleichbarkeit und Mobilität zu stärken. Die Kultusministerkonferenz hat bereits Beschlüsse zu den Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife in den Fächern, Deutsch, Mathematik und fortgeführter Fremdsprache sowie den Wittenberger Beschluss zum Aufbau eines ländergemeinsamen Pools an Abituraufgaben gefasst. „Die Aufgabe wird sein, diesen Weg weiter zu beschreiten. Der Aufgabenpool muss wachsen und wir werden das Verfahren zur Verwendung der darin enthaltenden Abituraufgaben festlegen“, sagte Kurth.

KMK-Präsidentin Kurth hat leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im Blick

Auch die berufliche Bildung wird eine Aufgabe in 2015 sein. „Wir müssen noch stärker als bisher den Blick in der beruflichen Bildung auf die Leistungsschwächeren oder Abschlussgefährdeten richten. Unterstützungsangebote wie zum Beispiel die Berufseinstiegsbegleiter müssen weiterentwickelt und dauerhaft etabliert werden. Die Allianz für Aus- und Weiterbildung‘, an der der Bund, die Sozialpartner und auch die KMK mitwirken, greift diesen Gedanken auf. Gleichzeitig müssen sich die Hochschulen und die berufliche Bildung wechselseitig öffnen. Zur Chancengerechtigkeit gehört auch, Anschlussfähigkeit zu sichern und Durchlässigkeit des Systems zu gewährleisten, ohne dass die allgemeine und die berufliche Bildung jeweils ihr spezifisches Profil verlieren“, erklärte die KMK-Präsidentin.

Sie betonte weiter in Anknüpfung an die 2014 beschlossenen Empfehlungen der Kultusministerkonferenz „Erinnern für die Zukunft - Empfehlungen zur Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule“, dass auch das Jahr 2015 zahlreiche Anlässe für historische Gedenktage bietet, vor allem die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum Staat Israel vor 50 Jahren und natürlich die deutsche Wiedervereinigung vor 25 Jahren. „Die friedliche Revolution und die Wiedervereinigung waren nicht nur ein Gewinn für die Ostdeutschen. Das sollte im Bewusstsein aller Jugendlichen verankert werden. Die Kultusministerkonferenz und ich als Präsidentin werden 2015 persönlich die Schulen, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schuler dazu aufrufen, auch das Jahr 2015 zum Anlass für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem 20. Jahrhundert sowie der jüngsten deutschen und europäischen Geschichte zu nutzen“, so die KMK-Präsidenten.

 

Torsten Heil

Pressesprecher

Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK)

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