14.01.2015 08:54 abgedreht

Berlinale: Die Auswahl der Perspektive Deutsches Kino 2015 ist komplett

Perspektive Deutsches Kino

Sebastian Fräsdorf, Alice Pehlivanyan, Godehard Giese und Karin Hanczewski in Im Sommer wohnt er unten von Tom Sommerlatte © Samuel Arnaud

Von: GFDK - Internationale Filmfestspiele Berlin

Mit 14 Filmen, darunter neun abendfüllenden sowie fünf mittellangen Spiel- und Dokumentarfilmen (30 bis 63 Min.) ist die Auswahl der Perspektive Deutsches Kino 2015 komplett.

Wir eröffnen das Programm mit der deutsch-französischen Koproduktion Im Sommer wohnt er unten (P: Osiris Media, Berlin und Osiris Media France, Saint-Palais-sur-Mer) von Schauspieler und Regisseur Tom Sommerlatte, der damit sein Debüt vorlegt. Der Spielfilm erzählt von zwei Brüdern, die sich im Ferienhaus der Eltern an der französischen Atlantikküste treffen, um dort mit ihren Frauen Urlaub zu machen. Von Beginn an zeigt sich ein Geflecht aus familiären Abhängigkeiten und eingefahrenen Rollen-Mustern, das nun – in Dominanz- und Machtspielen – neu geknüpft wird. Im Cinemascope-Format gedreht, gibt Sommerlatte seinem Darsteller-Ensemble so viel Raum, dass die persönlichen Geschichten eine universelle Dynamik entfalten können.

Debütfilm auf der Berlinale über Künstler in Berlin

In Brodie Higgs‘ Debütfilm Elixir (P: Elixir Films, Berlin; Elixir Films, Sydney) lebt eine Gruppe provokativer Künstler zusammen in einer detailreich ausgestatteten Fabriketage in Berlin und plant eine politisch-künstlerische Aktion bei der Modenschau eines angesagten Designers. Mit dieser deutsch-australischen Koproduktion stehen die beiden dffb-Absolventen Susanne Mann und Paul Zischler für die Entwicklung, auch im Nachwuchsbereich international zu produzieren.

Bube Stur ist eine Koproduktion der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und der erste Langfilm von Regisseur Moritz Krämer (dffb). Die Geschichte einer jungen Frau aus der Stadt, die bei einem Milchbauern Arbeitsstunden leisten soll, spielt in einem kleinen Dorf im Hochschwarzwald. Die Berge im Hintergrund bilden das weite und respekteinflößende Panorama, das im Kontrast zu der engen Welt der Dorfbewohner steht. Die naturalistischen Bilder einer an den Dokumentarfilm angelehnten Arbeitsweise führen den Zuschauer nah an die Eigenheiten von Sprache, Land und Leuten.

Die drei Spielfilme, alle im Cinemascope-Format gedreht, verweisen auf ein besonderes Form-Bewusstsein der Filmemacher, das sich auch bei den vier eingeladenen Dokumentarfilmen der Perspektive findet. In Freiräume (P: KHM, Köln) zeigt Regisseurin Filippa Bauer konsequent ausschließlich die Lebensräume von vier Frauen, die getrennt, geschieden oder verwitwet sind. In Interviews aus dem Off berichten sie von der räumlichen und emotionalen Leere, die ihre Kinder nach dem Auszug hinterlassen haben – und davon, wie sie dieser Herausforderung begegnen.

Regisseurin Lisa Sperling begibt sich in Sag mir Mnemosyne (P: Lisa Sperling) auf Spurensuche ihres verstorbenen Großonkels, des Kameramanns Karl-Heinz Hummel. Auch bei ihr tritt der Protagonist nur über seine Wirkungsstätten und durch die Archivaufnahmen seiner Filme in Erscheinung. Ein essayistischer Dokumentarfilm, dessen Bilder eine Hommage an das große Kino vergangener Zeiten sind. Im selben Programm läuft Anabela Angelovskas 30-minütiger Dokumentarfilm Hakie – Haki. Ein Leben als Mann. (P: Anabela Angelovska) über die 71-jährige Hakie, die in Albanien als Mädchen geboren und als Junge erzogen wurde.

Zu guter letzt: Dokumentarfilm Sprache: Sex

Als Abschlussfilm der Reihe zeigen wir den Dokumentarfilm Sprache:Sex (P: Sprechfilm, Berlin) von Saskia Walker und Ralf Hechelmann. In einzelnen, sehr persönlichen Gesprächen erzählen die 13- bis 74-jährigen Protagonisten von ihrem Intim- und Sexualleben. Die von großer Offenheit geprägten Interviews montieren die Filmemacher so, dass sich der subjektive Blick des Einzelnen zu einer großen Geschichte zusammenfügt und ins Philosophische weitet.

Am Berlinale Publikumstag, dem 15. Februar 2015, präsentiert die Perspektive den aktuellen Gewinner des „DFJW-Preis Dialogue en perspective“, den Preisträger des Spielfilmwettbewerbs „Max Ophüls Preis 2015“ sowie den Dokumentarfilm-Gewinner des „First Steps Award 2014“ (Die Menschenliebe, R: Maximilian Haslberger).

Bube Stur (Stubborn Boy)
Deutschland
Von Moritz Krämer
Mit Ceci Chuh, Niels Braun, Monika Wiedemer
Weltpremiere

Elixir
Deutschland / Australien
Von Brodie Higgs
Mit Natasha Petrovikj, Swann Arlaud, Stipe Erceg, Mateusz Kosciukiewicz, Sebastian Pawlak
Weltpremiere

Im Sommer wohnt er unten (Summers Downstairs)
Deutschland/Frankreich
Von Tom Sommerlatte
Mit Sebastian Fräsdorf, Alice Pehlivanyan, Karin Hanczewski, Godehard Giese, William Peiro
Weltpremiere

Dokumentarfilme:

Freiräume (Unoccupied)
Deutschland
Von Filippa Bauer
Weltpremiere

Hakie – Haki. Ein Leben als Mann. (Hakie – Haki. Living as a Man.)
Deutschland
Von Anabela Angelovska
Weltpremiere

Sag mir Mnemosyne (Tell Me Mnemosyne)
Deutschland
Von Lisa Sperling
Weltpremiere

Sprache:Sex (Sex:Speak)
Deutschland
Von Saskia Walker, Ralf Hechelmann
Weltpremiere


Presseabteilung
12. Januar 2015