16.01.2017 07:05 Mit Aufklebern aufmerksam machen

Aufkleber als Kunst

Aufkleber als Gesellschaftskritik

Aufkleber sind ein neues adäquates Mittel um auf gesellschaftliche oder politische Problematiken aufmerksam zu machen. Fotos: (c)123rf.com

Kleben von Aufklebern sind keine Straftat

Im Gegensatz zu Graffiti stellt das Kleben von Aufklebern keine Straftat da.

Von: GFDK - Redaktion

Bei dem Wort „Kunst“ denken wohl die meisten Menschen im ersten Augenblick an bekannte Gemälde von Künstlern wie Vincent van Gogh, oder aber auch an Skulpturen. Doch auch das Kleben von Aufklebern kann als eine Art Kunst angesehen werden, genauer gesagt als sogenannte „Streetart“.

Die Aufkleber werden hierbei vorzugsweise, wie auch Graffiti, an öffentlichen Plätzen und möglichst gut sichtbar angebracht. Im Gegensatz zu Graffiti stellt das Kleben von Aufklebern keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit dar, da das Erscheinungsbild der beklebten Objekte nur temporär verändert wird.

Mit Aufklebern aufmerksam machen

Bezüglich der Inhalte nehmen diese Aufkleber zumeist Bezug auf politische Inhalte. Auch in der Fankultur sind sie ein beliebtes Mittel, um die eigene Präsenz hervorzuheben. Entsprechende Vorlagen können kostengünstig unter anderem hier in großer Zahl gedruckt werden und lassen sich zwischen den Künstlern problemlos austauschen.

Gerade seit Beginn der 2000er Jahre hat diese Form der Kunst verstärkt an Popularität gewonnen. So findet man heute in Großstädten an so ziemlich jedem Mülleimer Aufkleber, deren Botschaft an die Öffentlichkeit gerichtet ist. Auch Verkehrsschilder bleiben von diesem Trend nicht verschont.

Gibt es Grenzen in der Kunst?

Doch vor allem ein Bekleben dieser stellt ein Überschreiten der Grenzen der Kunst dar, da hierdurch die Sichtbarkeit der Verkehrsschilder beeinträchtigt und so Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. So wurde beispielsweise von der Stadt Köln und derer Verkehrsbetriebe eine Aktion gegen wahlloses Bekleben von Verkehrszeichen ins Leben gerufen.

Eine zielgerichtete und gefahrlose Ausübung dieser Kunstform ist unter anderem in Hannover zu beobachten. Im Rahmen des „Projekt Strich-Code“ wurden in der Altstadt Hannovers Sonderpreis-Etiketten öffentlich sichtbar als Aufkleber angebracht. Ziel der Aktion ist es, Kritik an käuflicher Sexualität sowie käuflicher Kunst zu üben und auf die breite Masse auf die Thematik aufmerksam zu machen.

Mitmachkunst und Fankultur

Eine angemessene Würdigung erfuhr die Aktion durch zahlreiche Auszeichnungen. Grundsätzlich war es jedem möglich, sich an der Aktion zu beteiligen, weshalb die Aktion als Mitmachkunst betitelt werden kann. Vor allem im Bereich der Fankultur ist es allerdings üblich, mit dem Kleben der Aufkleber eine Art Wettkampf auszuüben.

Dementsprechend kommt es also immer wieder zum Überkleben der Aufkleber verfeindeter Fangruppierungen, wodurch nicht selten die Grenzen der Kunst in Richtung Verschmutzung überschritten werden.

Eine neue Form der Gesellschafts-Kritik

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es sich bei Streetart in Form des Kleben von Aufklebern um eine moderne Art der Kunst handelt, die jedoch nicht selten über ihr Ziel hinausschießt und so zur Gefährdung von Personen oder zum öffentlichen Ärgernis beiträgt.

In einem organisierten oder gemäßigten Maße stellt sie jedoch ein adäquates Mittel dar, öffentliche Plätze zu verschönern und auf gesellschaftliche oder politische Problematiken aufmerksam zu machen.