07.03.2018 07:34 Das saublöde Getue der Marken

Weltfrauentag - Dämliche Rossmann-Aktion und Douglas gruselt

Stellen sie sich einmal vor, das ein Putzmittelhersteller, damit wirbt die Frauenrechte zu vertreten. Oder ein Staubsaugerhersteller macht sich fuer die Gleichberechtigung am Weltfrauentag stark. YesYouCan?

Stellen sie sich einmal vor, das ein Putzmittelhersteller damit wirbt, die Frauenrechte zu vertreten. Oder ein Staubsaugerhersteller macht sich für die Gleichberechtigung am Weltfrauentag stark. YesYouCan? Foto: Batiste

Von: GFDK - Marketing News - W&V Jochen Kalka

Zuletzt hatte Frank Zimmer Redaktionsleiter Online bei W&V gute Nachrichten. SAP will neue Wege im Personalmarketing gehen, schrieb er mir. Das könnte auch ein Vorbild für andere Unternehmen sein. 22.000 Mitarbeiter dürfen Zuhause arbeiten.

Am Ziel vorbei und dämlich

Nun meldet sich Jochen Kalka der Chefredakteur von W&V zu Wort und wird sehr deutlich über Marken, Werbern und Maketern. Stellen sie sich einmal vor, dass ein Putzmittelhersteller damit wirbt, die Frauenrechte zu vertreten.

Oder ein Staubsaugerhersteller macht sich für die Gleichberechtigung stark, und wirft sich in den Staub. Und um das zu krönen werben die damit am Weltfrauentag. Ha Ha, am Ziel vorbei geschossen, würde ich sagen, und dämlich wäre es auch.

Lieber Herr Böhmer,

so kann es nicht weitergehen, ich muss es rauslassen, auch wenn ich damit von aller Welt missverstanden werde: Das saublöde Getue der Marken rund um den Weltfrauentag am 8. März ist halte ich nicht mehr aus.

Rossmann und die Rossfrauen

Angefangen von der wirklich dämlichen Rossmann-Aktion, kurzzeitig zu Rossfrau zu mutieren, bis hin zum Trockenshampoo "Batiste", das datengetrieben gesellschaftspolitisch sein will. Mit Hilfe eines Algorithmus identifiziert die Agentur Cheil Posts auf Twitter, die unterschiedliche Formen der Diskriminierung von Frauen aufnehmen. Wääääh!

Mal ehrlich, ist den Werber und Marketern, ganz gleich ob Frau oder Mann, eigentlich noch zu helfen? Ist ihnen bewusst, was sie damit NICHT tun? Ist ihnen klar, dass sie an den eigentlichen Problemen vorbeikreieren?

Dass sie mit Rossfrau und pseudo-gesellschaftlichen Algorithmen dazu beitragen, Frauen zu diskriminieren, weil sie den Kampf der Gleichberechtigung ins Lächerliche ziehen?

Als wären Frauen lebensuntüchtige Kreaturen, wird in der Werbung so etwas wie „Schluss mit Selbstzweifeln“ (Batiste) gefordert oder, wie der erste Douglas-Spot von Tina Müller : „Wir glauben, dass Frauen am schönsten sind, wenn sie das Selbstvertrauen haben, zu sein und zu tun, was sie wollen.“ Bin ich denn der Einzige, dem es dabei gruselt?

Keine Kohle bekommen, aber dafür schön, dank Douglas

Dabei liegen die wahren Probleme, mit denen Frauen tagtäglich zu kämpfen haben, so nahe. Etwa in der Lohntüte. WPP hat in einer internen Studie das Pay Gap zwischen Mann und Frau untersucht . Bei JWT in UK liegt der Unterschied bei 44,7 Prozent – bei gleicher Arbeit. Aber Hauptsache, die Frauen bei JWT sind schön, dank Douglas?

Hochachtung vor den Pinkstinks, die gemeinsam mit dem Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA einen Positivpreis für Werbung vergeben. Sexistische und diskriminierende Werbung anzukreiden sei das eine, zu ermutigen, den richtigen Weg zu gehen, der andere. Na also, geht doch.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.

Jochen Kalka

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