15.02.2018 07:56 Eine Drohkulisse um Werbegelder

Starker Tobak? - digitale Werbegelder weg

Das ist mehr als eine harmlose Kritik von Unilever-Manager Keith Weed, hier wird eine Drohkulisse verstaerkt, bei der es um Milliarden Euro geht

Das ist mehr als eine harmlose Kritik von Unilever-Manager Keith Weed, hier wird eine Drohkulisse verstärkt, bei der es um Milliarden Euro geht. Foto: Unilever

Von: GFDK - Marketing News - W&V - Jochen Kalka

Zuletzt hat mir Frank Zimmer, Redaktionsleiter von W&V über einen Mißstand in der Werbebrance geschrieben, in der man ohne Abitur und Studium nichts mehr werden kann. Nun schreibt mir der Chefredakteur von W&V, Jochen Kalka über eine Drohkulisse der Werbegiganten.

Lieber Herr Böhmer,

närrische Zeiten mit extrem ernstem Hintergrund: Wieder lehnt sich ein Werbungtreibender gegen die Sozialriesen auf. Diesmal ist es Unilevers Marketingchef Keith Weed, der in Kalifornien ankündigte, sein Konzern werde künftig nicht mehr auf Plattformen werben , die „die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben oder beim Kinderschutz versagen.“

Eine Drohkulisse um Werbegelder

Das ist mehr als starker Tobak, das ist mehr als eine harmlose Kritik. Hier wird eine Drohkulisse verstärkt, die schon vor einem Jahr von Marc Pritchard, Markenchef von Procter & Gamble, aufgebaut wurde.

Eine Drohkulisse, bei der es um Milliarden Euro von Werbegeldern geht. P&G ist der größte Werbungtreibende der Welt, Unilever in den meisten Ländern in den Top Ten mit Marken wie Dove, Axe, Knorr, Langnese, Rama und Pfanni.

Was neu ist an der Diskussion, die Unilever-Manager Keith Weed da anstachelt: Es geht nicht nur um Transparenz, um die banale Werbewirkung, die oftmals nicht klar nachvollziehbar ist, sondern um Ethik. Plötzlich spüren große Markenartikler, dass es ihren eigenen Werten schaden kann, wenn sie zu wenig über Umfelder wissen. Stichwort Brand-Safety.

Google, Facebook & Co haben es selbst in der Hand, wie offen sie mit ihren Kanälen umgehen. Fakt ist: Sie müssen dringend handeln. Ansonsten handeln Markenartikler. P&G-Manager Pritchard hat im vergangenen Jahr mal 100 Millionen an digitalen Werbegeldern gestrichen, ohne Effekte zu spüren.

Ob das beim Mediaeinsatz von klassischen Medien auch passiert wäre? Wir treten gerade in ein neues Zeitalter des Klassenkampfes unter Medien. Gewinnen wird, wer ehrlich ist.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr

Jochen Kalka

In unserer Rubrik Marketing News erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt.