18.11.2016 08:29 Märkte und Menschen

Ist das Dornröschen wirklich erwacht? Wer und wie wurde es wachgeküsst?

Unser Content-Marketing Mops Adele kann es nicht glauben

Unser Marketing Mops Adele kann es nicht fassen, Mediaagenturen sollen eine Branche sein, die lügt und betrügt. Und sie sollen sogar eine Gefahr für die Demokratie sein. (c) GFDK

Von: GFDK - Gottfried Böhmer

Ein Ausblick auf 2017: Die Digitalisierung und ein tiefgreifender Transformationsprozess verändert die Märkte und Menschen. Die Dynamik nimmt immer mehr an fahrt auf und viele sind verunsichert. Zudem hat eine Studie der Wirtschaftsgesellschaft KPMG gezeigt, dass die Entscheider Datenanalysen misstrauen.

Relevanz und Richtigkeit der Auswertung von Daten werden nicht nur in Frage gestellt, mehr noch das Vertrauen schwindet. "2200 Personen haben an der Studie teilgenommen.

Die Märchen der Mediaagenturen

Was ist da los? Mediaagenturen sollen eine Branche sein, die lügt und betrügt. Das EMR Institut für Europäisches Medienrecht hat die Geschäftsmodelle der hiesigen Mediaagenturen in einem 150 seitigen Gutachten analysiert. In dem Gutachten wird von "potentieller Gefährdung" einer "pervertierten" Branche berichtet. Eine derartige Schlussfolgerung haben wir bisher noch über keine andere Branche gelesen, das sollte uns wachrütteln.

Ein Fall für den Staatsanwalt?

Die Geschäftsmodelle der marktbeherrschenden Vertreter der internationalen Agentur-Holdings, dazu könnten folgende Agenturen gehören: GroupM, Mediacom, Havas Media, Mindshare, Vizeum, (Aegis Media Gruppe) Universal Mc Cann, Zenith aus der Vivaki Gruppe und die Ommicom Media Group, diese würden aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht nur betrügen, sie sollen sogar eine Gefahr für die Demokratie sein. Das Gutachten fordert den Gesetzgeber auf, die Agenturen zu regulieren.

Die Gutachter kommen zu dem Schluß, dass die Mediaagenturen im eigenen Gewinninteresse gegen die Interessen ihrer Kunden handeln. Dass die werbetreibenden Unternehmen schon seit Jahren durch falsche Klick-Raten betrogen wurden, ist hinläglich bekannt. In einem weiteren Artikel werden wir die Ergebnise der Gutachter veröffenlichen.

Thomas Koch, auch als "Mr. Media" bekannt, hat es auf den Punkt gebracht:

"Es sind ungemein schwierige Zeiten. Diese Digitalisierung disruptiert alles, aber auch wirklich alles. Kein Stein steht mehr auf dem anderen. Und keiner weiß, wo’s lang geht. Die Medien nicht, die Agenturen nicht, die Kunden nicht.

Die gute Nachricht - Eine Branche wird wachgeküsst

Der heißeste Trend 2017: Influencer Marketing

Da wir schon seit 2008 eine Empfehlungsseite für Bücher, Filme, Musik, Marketing News, Reisen, Konzerte, Stil und Lifestyle haben, kommt uns das sehr entgegen. Gerade kommt dazu die neueste Studie rein, die uns die Entwick

lung des Maktes aufzeigt.

Bei Dornröschen hat es ja "nur" 100 Jahre gedauert

Einer aktuellen Untersuchung von A.T. Kearney ("Social Influencer Marketing: Igniting Influence") zufolge werden die Ausgaben für Social-Influencer-Marketing bis 2020 weltweit um das Vierfache steigen. Jährlich rechnet A.T. Kearney in diesem Bereich mit einer Investitionserhöhung von bis zu 100 Prozent weltweit.

Die Meinungsmacher in den sozialen Medien lassen sich ihr Engagement gerne im sechsstelligen Bereich für die Besprechung eines Produkts entlohnen, konnten wir auf W&V lesen.

Aber was macht Influencer Marketing, Content und Storytelling
so attraktiv?

Den steigenden Einsatz von Adblockern haben wir ja schon besprochen. Es werden immer weniger Anzeigen geklickt, die Conversion-Raten saufen ab. Als weitere Folge sinkt der Traffic, die Anzahl der Besucher einer Plattform geht in den Keller und die Umsätze brechen zusammen wie ein Kartenhaus. Es ist also kein Wunder, dass Kunden und Agenturen nach Alternativen ausschau halten.

Ein Markt, der noch nicht professionalisiert ist

Die Experten von A.T. Kearney meinen: "Eine langfristige Beziehung mit ausgewählten Influencern aufzubauen, die nicht unbedingt eine hohe Anzahl an Followern haben müssen, sich aber mit der Marke und ihren Produkten identifizieren. 10.000 Follower können vor allem bei Nischenkategorien ausreichend sein."

"Der Markt für Social-Influencer-Marketing ist noch nicht professionalisiert, gewinnt aber rasant an Bedeutung - und kennt bereits heute klare Regeln". Aber nur wer eine ausgefeilte Strategie hat, kann in dem stark wachsenden Werbekanal, der besonders bei der Generation der sogenannten Millenials immer wichtiger wird, Geld verdienen und Markenbildung betreiben."

OMG-Geschäftsführer Klaus-Peter Schulz

Steigende Werbeausgaben bei Online-Dienstleistern

Weiter zunehmen wird auch der Anteil an Kunden, die Content Marketing einsetzen. Heute seien dies bereits 39 Prozent.

Die Digitalisierung verändert grundlegend den Werbe- und Mediamarkt, weshalb alle Mediaagentur-Chefs damit rechnen, dass vor allem Online-Dienstleister im nächsten Jahr ihre Werbeausgaben steigern. 70 Prozent gehen von einem Budget-Plus bei den E-Commerce-Unternehmen aus.

"Mit der zunehmenden Fragmentierung des Medienangebotes, dem grundlegenden Wandel des Mediennutzungsverhaltens und der enorm gestiegenen Komplexität des Mediageschäftes ist auch der Beratungsbedarf der Kunden stark gewachsen"

Über A.T. Kearney

A.T. Kearney zählt zu den weltweit führenden Unternehmensberatungen für das Top-Management und berät sowohl global tätige Konzerne als auch führende mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen. Mit strategischer Weitsicht und operativer Umsetzungsstärke unterstützt das Beratungsunternehmen seine Klienten bei der Transformation ihres Geschäftes und ihrer Organisation.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Wachstum und Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit sowie die Optimierung der Unternehmensperformance durch das Management von Komplexität in globalen Produktions- und Lieferketten. A.T. Kearney wurde 1926 in Chicago gegründet. 1964 eröffnete in Düsseldorf das erste Büro außerhalb der USA. Heute beschäftigt A.T. Kearney rund 3.500 Mitarbeiter in über 40 Ländern der Welt. Seit 2010 berät das Unternehmen Klienten klimaneutral.