28.02.2018 07:46 Warum zur Hölle funktioniert das Ding nicht

Die App Vero wird als Anti-Facebook oder Instagram-Killer gehypt

Das superheiße Social-Media-Ding. Keine Werbung, keine Algorithmen, kein Datensammeln, heißt es im Imagevideo, das die App unter vero.co vorstellt

Das superheiße Social-Media-Ding. "Keine Werbung, keine Algorithmen, kein Datensammeln", heißt es im Imagevideo, das die App unter vero.co vorstellt. Foto: (c) Vero

Von: GFDk - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Zuletzt hat mir Holger Schellkopf der Chefredakteur von W&V geschrieben, das am Achermittwoch nicht immer alles vorbei ist, zumindest nicht für Gabor Steingart.

Frank Zimmer Redaktionsleiter Online schrieb mir vor ein paar Tagen, "Der Launch des neuen Samsung Galaxy S 9 ist immer noch interessant - aber nichts, wofür man in fieberhafter Erregung auf Live-Ticker starren würde", es gibt keine fieberhafte Erregung, und auch keine Schlagzeilen mehr.

Heute schreibt mir Holger Schellkopf über eine App die es in null komma nix von null auf hundert geschaft hat.

Lieber Herr Böhmer,

am Namen wird es jedenfalls nicht scheitern, so viel ist sicher. Vero klingt einfach gut und ist gleichzeitig noch so bedeutungsschwer, kommt ja schließlich vom lateinischen verum, also das Wahre.

Aktuell kommt allerdings ziemlich vielen Menschen eher warum als verum in den Sinn, wenn es um die App geht, die plötzlich als das Anti-Facebook oder der Instagram-Killer gehypt wird.

Ja, warum?

Die Frage ist gleich in mehrfacher Hinsicht berechtigt. Warum wird eine App, die schon seit mehr als zwei Jahren auf dem Markt ist, plötzlich zum neuen superheißen Social-Media-Ding? Warum sollte Vero nicht das Schicksal teilen, das schon unzählige andere vermeintliche Überflieger ereilt hat - der grandiose Absturz nämlich?

Das superheiße Social-Media-Ding

Genauso gilt aber: warum sollte nicht tatsächlich noch Platz für eine App neben den Etablierten sein. Zumindest das Marketing klingt ziemlich gut: keine Werbung, keine Algorithmen, kein Datensammeln - interessanter Ansatz zumindest. Allerdings: die Tatsache, dass man sich nur via Mobilnummer anmelden kann, verursacht bei Datenbesorgten tiefes Stirnrunzeln inklusive direkt angeschlossener Löschaktion.

Wer sich davon aber nicht erschrecken lässt - so ein Check kann ja auch sicherheitstechnisch durchaus Sinn haben -, der stößt schnell auf die nächste Warum-Frage: Warum zur Hölle funktioniert das Ding nicht?

Es braucht schon ungeheuren Gleichmut, wenn man den von fehlenden Server-Verbindungen und anderen lustigen Wartezeiten gepflasterten Weg über die Anmeldung bis zum ersten Post gehen will. Fast schon eine Art Digital Detox durch die Hintertür. Scheint, als wären die Macher der App nicht darauf gefasst gewesen, dass sich - angestachelt von ein paar Influencern - plötzlich Menschen für Vero interessieren.

Das Gedrängel wird verstärkt durch die Message, dass die App nur für die erste Million Nutzer kostenfrei ist und bleibt. Was danach passieren soll, weiß aber keiner.  Wie auch immer: Ist es mal gelungen, macht Vero durchaus eine gute Figur und zeigt eine Reihe von viel versprechenden Ansätzen. So gesehen: Warum nicht?

Weil wir gerade bei Anwendungen mit großen Ansprüchen sind: Während Vero erst noch beweisen muss, ob es wirklich das Wahre ist, hat die Abstimmung via Download und Nutzerzahlen bei den Messengern längst gezeigt, welches Potenzial darin steckt. Unsere Empfehlung ist hier natürlich das Messenger-Angebot von W&V . Da werden Sie dann auch erfahren, was aus Vero geworden ist - und warum.

Einen mitteilsamen Abend wünscht

Holger Schellkopf

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